Bei dem guten Stück handelt es sich um eine «DL 16-04» der Marke Mercedes mit Baujahr 1980. Die Leiter kann auf eine Länge von 18 Metern ausgefahren werden. «Ein solches Fahrzeug ist eine feine Sache», meint Bentele. Sei es eine Personenrettung aus einem Haus oder das Aufstellen des Maibaumes - viele Einsätze ließen sich mit der DL bequem bewältigen. Wesentlich schwieriger hingegen sei der Umgang mit einer Anhängeleiter. Eine solche muss den umliegenden Feuerwehren genügen - aus Kostengründen. Bentele: «Eine neue Drehleiter kostet eine sechsstellige Summe. Das hätten wir uns niemals leisten können.»
In der Fachzeitschrift «Brandwacht» hatte die fast 30 Jahre alte Rarität zum Verkauf gestanden - technisch in einwandfreiem Zustand, jedoch mit stark verrosteter Karosserie. «Jetzt spinnen die ganz», hätten zunächst die Feuerwehrkameraden gemunkelt, als sie von den Kaufabsichten erfuhren. Doch der Kommandant ließ nicht locker. Mit einer Delegation machte er sich auf nach Reit im Winkl. «Hernach», schmunzelt Bentele, «waren dann alle begeistert.»
Nachdem der Drehleiterwagen glücklich ersteigert war, machten sich die Löschkumpels unter Regie der Fahrzeugwarte Philipp Wurm und Martin Mark ans Werk. In zahlreichen Arbeitsstunden möbelten sie das äußerlich angeschlagene Gefährt auf. Durchgerostete Kotflügel und die Radabdeckung wurden durch Kunststoffteile ersetzt. «Einige Teile mussten wir selbst anfertigen, weil es dafür im Handel keinen Ersatz mehr gab», erzählt Wurm.
«Toll hergerichtet»
Habe er anfangs noch gedacht, «was wollen die denn damit», ist Bürgermeister Anton Klotz inzwischen voll des Lobes über das Engagement der Feuerwehrler: «Die haben den Leiterwagen ganz toll hergerichtet.» Nur allzu leicht trennten sich die Haldenwanger übrigens von ihrer bisherigen Anhängeleiter. Kommandant Bentele: «Die tut jetzt Dienst in der Brauerei vom Kloster Andechs.»