Allgäu | Von Silke Maul | 25.02.2010 11:30 Uhr
1000 Wünsche an Kaufbeuren
Projekt - Bürger können Anträge und Ideen für die Seniorenarbeit verfassen - Von der Stadt wird dafür eine spezielle Box bereitgestellt
Kaufbeuren Zu kurze Grünphasen an Fußgängerampeln oder ein zu beschwerlicher Fußweg von der Bushaltestelle zum nächsten Hausarzt - mit solchen und anderen Problemen haben viele Senioren im Stadtgebiet zu kämpfen. Viele scheuen den Gang ins Rathaus oder wissen überhaupt nicht, an wen sie sich in solchen Angelegenheiten wenden sollen. Dem möchten die Verantwortlichen der Seniorenarbeit mit der «1000-Wünsche-Box» entgegenwirken, die bis September 2010 an verschiedenen Orten im Stadtgebiet zu finden sein wird. Interessierte können dort Anregungen, Ideen und Wünsche für die Seniorenarbeit auf Karten schreiben, die dann in die Überlegungen für neue Projekte mit einbezogen werden. Die Stadt beschäftigt sich dadurch direkt mit den Sorgen und Problemen, die bei älteren Menschen auftauchen. «Wir wollen so die Bürger direkt auf der Straße abholen», erklärt Peter Kloos, Leiter der Abteilung Arbeit und Soziales im Rathaus.
Die Box ist Teil des Modellprojektes «Aktiv im Alter», um das sich die Stadt erfolgreich beworben hat. Insgesamt 150 Kommunen in ganz Deutschland wurden vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgewählt und erhalten Finanzierungsmittel in Höhe von 10000 Euro. «Dass Kaufbeuren als Projektkommune ausgewählt wurde, bestätigt, dass die Seniorenarbeit hier sehr gut entwickelt ist», so Kloos. Gemeinsam mit Projektpartnern vom Seniorenbeirat, dem Generationenhaus und dem Netzwerk Altenhilfe und Gerontopsychiatrie will der Seniorenbeauftragte Johannes Keppeler in den kommenden 15 Monaten neue Ideen entwickeln. Dazu soll die Box alle 14 Tage geleert werden, um eventuelle akute Anträge prüfen zu können. «Wir erwarten uns zum einen neue Impulse aus der Box, andererseits sollen aber auch schon bestehende Projekte weiter vorangetrieben werden», so Keppeler. Gemäß dem Motto «Aktiv im Alter» sollen so beispielsweise der Seniorenbegleitdienst erweitert oder neue Freiwillige für das Projekt «Senioren helfen Senioren» gewonnen werden. Durch die Anregungen erhofft sich die Stadt, das Angebot für Senioren breiter zu fächern und noch mehr Menschen zu aktivieren. «Besonders toll wäre es, wenn diejenigen mit neuen Ideen auch gleich bereit wären, sie auch umzusetzen», meint Peter Kloos. Schwerpunkte setzen Über ein lokales Bürgerforum am 19. September, an dem die Leiter von Seniorengruppen sowie weitere, in die Seniorenarbeit der Stadt eingebundene Personen eingeladen werden, sollen dann Schwerpunkte für den Projektzeitraum gesetzt werden. «Natürlich können nicht alle Wünsche realisiert werden, da uns nur begrenzt Mittel zur Verfügung stehen. », so Kloos und weiter: «Dennoch wollen wir das bisher Erreichte auf jeden Fall weiterentwickeln.» Vom 3. August bis zum 31. August, wird die «1000-Wünsche-Box» in der Eingangszone des Rathausneubaus zu finden sein. Kloos hofft auf das Engagement der Bürger. «In Kaufbeuren leben rund 44000 Menschen. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir 1000 Wünsche zusammenkriegen würden.»
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