Seit Jahren werde in Schwaben kein Wohnplatz für Behinderte mehr gefördert, doch der Bedarf steige, so Wolfgang Kimmig von der Geschäftsleitung der Lebenshilfe. Vor allem für Menschen mit schwersten Behinderungen würden Wohnmöglichkeiten dringend benötigt. Deshalb, aber auch, um „Wohnlichkeit und Individualität mit pflegegerechter Ausstattung“ vereinbaren zu können, verwirkliche die Lebenshilfe das Projekt in eigener Regie.
Auf der 4 000 Quadratmeter großen Fläche sollen zwei Gebäudekomplexe auf 2 500 m² mit rund 10 500 m³ entstehen, erläuterte Architekt Christian Stadtmüller. Ebenerdig zur Alten Poststraße sollen zwei Wohngruppen und ein Verwaltungstrakt gebaut werden und weiter unten auf dem abfallenden Gelände eine weitere Wohngruppe sowie die Hausmeisterei mit Versorgungseinrichtung. Die Komplexe bestehen aus zwei Gebäuden und gruppieren sich um einen Hof. Insgesamt ermöglichen sie laut Stadtmüller ein selbstbestimmtes und barrierefreies Leben. „Sie sollen auch Heimat und Identität für die neuen Bewohner werden.“
„Ein Meilenstein“
Außerdem sollen in der Einrichtung über 30 neue Arbeitsplätze entstehen. „Die Lebenshilfe und ihre Einrichtungen setzen mit dem Projekt einen Meilenstein“, meint deshalb die Vorsitzende Yvonne Schur. Zumal die kompletten Gebäude durch die Wärme des Grundwassers über eine Pumpe beheizt werden, wie Volker Holata, Geschäftsführer der Wertachtal Werkstätten, erklärt. „Damit sind wir auch ökologisch“, so Holata. Insgesamt lägen die Bauarbeiten sowohl im zeitlichen als auch im finanziellen Rahmen, betont Stadtmüller.