Diesmal sprach er zum Thema "Ein Glaube für die Zukunft".
Der Oberostendorfer Bauernjahrtag hat eine sehr lange Tradition. Vor genau 280 Jahren, anno 1731, gründeten die dort ansässigen Bauern den Verein unter dem Namen „Löblicher Bauernverein Oberostendorf“. Die Vereinsgründung, so Andreas Steinheber, der heutige Vorsitzende des Bauernjahrtagsbundes Oberostendorf und Umgebung, könne man mit der Gründung einer Zunft gleichsetzen. Der Bauernstand habe dadurch an Wertschätzung gewonnen.
Heute zähle der Verein 461 Mitglieder, die allerdings bei Weitem nicht alle am Fest teilnahmen. In den Statuten wurde festgelegt, dass der Jahrtag jeweils am ersten Dienstag (später: am ersten Samstag) nach Mariä Lichtmess abzuhalten sei.
Vom exakt vorgegebenen Reglement, das den Zug des Vereins mit Musik von der Zunftherberge (Gasthaus Adler) zum Gottesdienst in der Kirche vorsieht, wich man heuer insofern ab, als man dies der Musikkapelle mit ihren wertvollen Instrumenten bei den herrschenden extremen Minustemperaturen ersparen wollte. Dr. Joachim Gaida zelebrierte die Messe.
Kirchliche und weltliche Themen stehen – im jährlichen Wechsel – als geistige Nahrung nach dem gemeinsamen Mittagessen und nach Ehrenpreis, Totengedenken, Tätigkeits- und Kassenbericht samt Entlastung auf der Tagesordnung.
Überliefertes Bild
Die katholische Kirche, so Pater Claudius Bals in seinen Ausführungen, befinde sich derzeit nicht in einer Struktur-, sondern in einer Glaubenskrise. „Aufbruch mitten im Zusammenbruch“ habe jüngst ein Pfarrer die aktuelle Situation der Kirche treffend beschrieben. Die Kirche müsse wegkommen von dem überlieferten hierarchischen Gottesbild mit Fegefeuer und einem strafenden Gott hin zur mystischen Gotteserfahrung.
Jeder Mensch sei Abbild der Liebe Gottes. Wer sich nicht der Liebe nach entfalte, verfehle das Ziel des Lebens. Das Göttliche sei in jedem Menschen. Angesichts des Leides und des Bösen in der Welt stellte Bals fest, dass in unserer Zeit Oberflächlichkeit, Missachtung und Missbrauch das Böse verkörperten. Er plädierte für ein positives Gottes- und Menschenbild sowie optimistische Zukunftsaussichten im Glauben an die Vollendung.
In Bezug auf die geplanten Veränderungen im Bistum Augsburg meinte Bals, Bischof Zdarsa müsse sich der Auseinandersetzung stellen. Er plädierte für die Weiterführung überzeugter Arbeit in den Pfarrgemeinderäten und die Bedeutung der Dorfgemeinschaft. Man müsse mit dem Bischof ringen, dass die Zerstörung einer Pfarrgemeinde nicht weiter betrieben werde.
Aufkirchs Pfarrer Josef Lutz meinte, nach dem Kirchenrecht seien Zdarsas Pläne nicht zu beanstanden. Jetzt gelte es, für die Gemeinde das Beste daraus zu machen.