
Antretter will sich derzeit ein Bild machen, wie sich die Situation behinderter Menschen in den verschiedenen Regionen Deutschlands verändert. Die Lebenshilfe habe in den vergangenen 50 Jahren hervorragende Strukturen zur Versorgung insbesondere geistig behinderter Menschen aufgebaut.
Nun aber müsse man sich auch auf die Wünsche nach Integration und Inklusion einstellen, ohne Bewährtes gleich über Bord zu werfen. Bei der Lebenshilfe Ostallgäu besuchte Antretter die neue interdisziplinäre Frühförderstelle in Marktoberdorf und machte sich im Gespräch mit der Geschäftsleitung und Mitarbeitern ein Bild von der Umsetzung der frühen Förderung in Bayern.
„Ich bin sehr angetan von der Qualität und menschlichen Wärme, mit der hier gearbeitet wird“, sagte er. Die Lebenshilfe Ostallgäu bietet Menschen mit Behinderung und ihren Familien nicht nur spezielle Fördereinrichtungen an, sondern auch Begleitung, wenn zum Beispiel der Regelkindergarten, die normale Schule oder ein Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft in Anspruch genommen werden soll.
„Es ist wichtig, dass die Menschen eine Wahlmöglichkeit haben und nicht dazu gezwungen werden, spezielle Einrichtungen zu besuchen“, so Antretter weiter. Im Gespräch mit den Mitarbeitern der Lebenshilfe Ostallgäu wurde aber auch deutlich, dass es noch ein langer Weg zu wirklicher Inklusion ist.
In vielen Fragen der alltäglichen Versorgung von Menschen mit Behinderung gibt es noch immer erhebliche Probleme. Häufig mit der Finanzierung, aber etwa auch bei ethischen Fragen wie der Diskussion um die Präimplantations-Diagnostik.
Das Lebensrecht behinderter Menschen dürfe auf keinen Fall infrage gestellt werden. Der Bundesverband der Lebenshilfe werde sich auch in Zukunft dafür einsetzen, so Antretter, dass sich die Lebenssituation behinderter Menschen weiter verbessert.