Bei der Unterschriftenübergabe forderte Marktoberdorfs Altbürgermeister Wolfgang Weinmüller im Namen der Initiative, sofort alle Veränderungen einzustellen, die die Situation an den Kreiskliniken verschlechtern. Alle Schritte in diese Richtung wären „mutwillig, schädigend und vorsätzlich“.
Weinmüller befürchtet, dass bis Ende des Jahres bei der neuen Klinikstruktur Fakten geschaffen werden. Wörtlich: „Marktoberdorf wird ausgeweidet wie ein notgeschlachtetes Schwein“. Er forderte, die Klinikpolitik müsse wieder nachvollziehbar werden. Derzeit erinnere der Verwaltungsrat an einen „Geheimbund“. An den Kreistag appellierte er, parteipolitische Machtspiele zu beenden. Weinmüller sagte, das Image Fleschhuts und seines „Vasallen im Rathaus“ sei so schlecht. Er würde sich „schämen“.
Auf „unsachliche Bemerkungen“ wolle er nicht eingehen, entgegnete Fleschhut. Er zollte den Initiatoren Respekt für die Unterstützung der Bürger, die er auch erwartet hatte. Das Bürgerbegehren sei für ihn eine wichtige, basisdemokratische Einrichtung. Er gehe davon aus, dass der Kreistag dies ebenso sehe.
Fleschhut stellte klar, dass nicht der Kreistag das Unternehmen führe, sondern der gemeinsame Verwaltungsrat mit Kaufbeuren die Leitlinien vorgebe. Daher könne der Kreis die Entwicklung nicht alleine und nicht sofort beeinflussen. In der Diskussion ging es auch um Möglichkeiten, Betrieb und Investitionen der Kliniken gesondert abzurechnen. Fleschhut erwiderte, auch dann müsste beides aus der Kreiskasse bezahlt werden. Die Initiative zeigte sich hingegen überzeugt, dass vier Kreiskliniken wirtschaftlich zu führen seien.
Fleschhut nannte eine Schätzung für die Kosten des Entscheids: Der Verwaltungsaufwand dürfte bei über 80 000 Euro liegen.
Franz Josef Schreinemacher kritisierte, die CSU nutze das Thema, um das Ansehen Fleschhuts zu beschädigen. Fleschhut warnte davor, den Standort Marktoberdorf angesichts der Veränderungen schlecht zu reden. Da zeitgleich mit dem Bürgerbegehren wohl ein Ratsbegehren zur Abstimmung kommt, mit dem der Kreistag sein Konzept zur Wahl stellt, sind Diskussionen zu erwarten.
Diese sollen fair und sachlich geführt werden, war man sich einig. Die Initiative rechnet damit, ihre Info-Kampagne mit Spenden zu finanzieren. Wer für die Verbreitung der Argumente des Kreistags aufkommt, blieb offen.