Friesenried (sia) (sia) | 15.07.2009 00:00 Uhr
Beschäftigung mit einem Tabuthema
Pädagogik - Eltern der an Krebs gestorbenen Jennifer kommen nach Friesenried und sprechen mit Achtklässlern - Großes Interesse bei den Schülern
Ein schweres Thema stand bei der achten Klasse der Friesenrieder Hauptschule auf dem Programm. Interessiert und gespannt. Nun war die Familie Cranen auf Initiative des Salenwanger Ehepaares Belke nach Friesenried gereist, um das Thema mit der Klasse zu besprechen.
Monika Belke findet es wichtig, sich bereits in jungen Jahren mit Krebs auseinanderzusetzen. So bot sich den Schülern die Gelegenheit, ganz offen ihre persönlichen Fragen zum Tagebuch sowie zum «Leben mit dem Krebs» zu stellen. «Kinder und Jugendliche sind sehr viel direkter, wenn man über Krankheit und Tod spricht», meinte Hans-Josef Cranen.
«Wie ging es Jennifers Freund nach ihrem Tod?» lautete dann zum Beispiel die erste Frage der Klasse. Anfangs noch etwas zurückhaltend, aber stets interessiert und gespannt, stellten die 14- bis 16-Jährigen zum Ende des zweistündigen Gesprächs hin immer tiefgründigere Fragen. «Ich habe mir nie Gedanken über Krebs gemacht.
Es war schön, dass sich die Familie Cranen extra Zeit für uns genommen hat», so Schülerin Lisa Greif. Patrizia Marschall fand vor allem die Sicht von Jennifers Eltern sehr aufschlussreich. Und Schulleiter Franz Schweiger lobte: «Sie haben etwas geschafft, was uns Lehrern nur sehr selten gelingt: Ungeteilte Aufmerksamkeit.»
«Durch die jugendliche Sprachwahl ist das Buch der ideale Zugang zu den Schülern», ergänzte Klassenleiter Thomas Heiland. Das große Interesse für das heikle Thema zeigte sich auch durch die Anwesenheit einiger Schüler aus der neunten Klasse, die ihre Prüfungen schon hinter sich hatten - und trotzdem kamen. Zum Abschluss gab es einen Blumenstrauß für das Ehepaar Cranen.
www.crazyjenni.de
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