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Kaufbeuren (rm) | 30.04.2011 00:00 Uhr

Freie Wähler für Schließung der Marktoberdorfer Klinik

Kaufbeurer Gruppierung will ihre Stadt stärken und fordert ein gezieltes Marketing sowie bessere Netzwerke

Damit Kaufbeuren an Einwohnern, Wirtschaftskraft und Attraktivität für Besucher von außen gewinnt, fordern die Freien Wähler ein professionelles Marketing. Die Mitglieder der Stadtratsfraktion würden dafür auch Geld in die Hand nehmen wollen. «Denn ohne Werbung läuft nichts», weiß Stadträtin und Unternehmerin Katharina Wiedemann. Geld einsparen könnte und sollte man nach Meinung der FW-Fraktion endlich beim Kommunalunternehmen (KU) Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren. Damit das Defizit dort nicht nur sinkt, sondern wirklich verschwindet, treten die Kaufbeurer Freien Wähler für eine Schließung des Marktoberdorfer Krankenhauses ein. Stattdessen sollte dort ein «gehobenes Seniorenheim» eingerichtet werden. Dies machten sie bei einem Gespräch mit unserer Zeitung deutlich.
Krankenhaus Marktoberdorf

Christa Becker-Hansen sitzt für die FW Kaufbeuren im Verwaltungsrat der Kliniken. Ihrer Einschätzung nach wäre es am lukrativsten, die Krankenhäuser in Obergünzburg, Marktoberdorf und Buchloe zu schließen. Doch das sei nicht zu verwirklichen. Deshalb habe der Verwaltungsrat diesen Vorschlag der Unternehmensberatung Kienbaum verworfen. Wie mehrfach berichtet, sollen nur noch zwei Optionen weiterverfolgt werden, darunter die Schließung der Marktoberdorfer Klinik. Nur dadurch könnte das KU schnell sein Millionendefizit abbauen. Die zweite Alternative, alle fünf Häuser zu belassen, aber massiv umzubauen, bringe auf Dauer nicht den gewünschten Erfolg, fürchten die Freien Wähler.

Das Geld, das Kaufbeuren jährlich in die maroden Kliniken pumpt, könnte die Stadt gut an anderer Stelle gebrauchen. Massiv fordern die Freien Wähler ein professionelles Stadtmarketing und einen Stadtmanager - unabhängig vom Verkehrsverein. Er soll dazu beitragen, die Attraktivität Kaufbeurens zu steigern. Nach wie vor streben die FW eine Erhöhung der Einwohnerzahl für Kaufbeuren an. Dazu, so Walter Folter, müssten neue Baugebiete ausgewiesen werden. Mehr Bürger erhöhten auch die Wirtschaftskraft.

Um zudem mehr Arbeitsplätze in Kaufbeuren anbieten zu können und auch geeignete Kräfte dafür zu finden, tritt Wiedemann für eine engere Zusammenarbeit der Berufsschulen mit der Wirtschaft ein. Mikrotechnologen müssten beispielsweise derzeit zum Blockunterricht bis nach Regensburg fahren. Sie fordert in diesem Bereich mehr Flexibilität von der Regierung von Schwaben als Schulträger. Zudem möchte Wiedemann «mehr Netzwerke aufbauen», um Kaufbeuren gezielt voran zu bringen.

Auch Fraktionschef und Landtagsabgeordneter Bernhard Pohl sieht Kaufbeuren in der Außenwirkung «ganz schlecht aufgestellt». Er wünscht sich ein aussagekräftiges Image, wie «weltoffen mit hoher Integrationsleistung». Nicht gut jedenfalls, weil beliebig, sei der jetzige Slogan «Stadt im Allgäu». Ein weiteres Anliegen für die zweite Hälfte der Wahlperiode im Stadtrat ist den Freien, die Vereine und das Ehrenamt noch stärker zu fördern.



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Meinungen zum Thema:

  greta49 , 30.04.2011 20:13

Freie Wähler für Schließung der Klinik...

Mit Befremden habe ich diesen Artikel gelesen. Herr Bosse hat kürzlich bestätigt, dass die Fusionierung zw. Klinikum Kaufbeuren und den "peripheren" kliniken eine gute Sache war. Und nun die Äußerung der FW in Kaufbeuren, dass am besten 3 kliniken - natürlich die peripheren - geschlossen werden sollten um das sehr hohe Defizit auffangen zu können. Welche Einschnitte muss das klinikum in Kauf nehmen? Man erinnere sich, es fand sich damals kein Käufer für Kaufbeuren. Ich denke, die FA. Kienbaum macht eine sehr gute strukturierte Arbeit, vielleicht wäre mehr Öffentlichkeitsarbeit in den Medien sinnvoll.

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