
So auch bei den 15 bis 20 Bäumen an der alten Momm-Villa. Diese bis zu 150 Jahre alten Bäume gelten als instabil und werden derzeit gefällt. Zuschauer wohnen der Aktion bei und zeigten sich gestern beim Anblick der Kettensägen in Sorge um die Gewächse. Doch Forstdirektor Gerhard Limmer von der Forstverwaltung sagt deutlich: „Das Risiko ist zu groß.“
Im Herbst hatte ein Sturm bereits zwei Stämme umgelegt. Die Folge: Ein Mensch verletzt, drei Fahrzeuge beschädigt. „Die Bäume haben einfach schon zu lange Feuchtigkeit aufgenommen“, so Gerhard Limmer vom Ostallgäuer Amt für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft (AELF), das gemeinsam mit dem städtischen Umweltamt zu der Fällung geraten hatte.
Der Grund für die angegriffenen Stämme finde sich auch in der Annahme, dass einst von den Betreibern der früheren Textilfabrik Momm wenig in die Pflege des Parks investiert worden sei.
Der heutige Grundeigentümer Konrad Schoder bedauert die Fällaktion eigenen Angaben zufolge sehr. „Wir hätten die Bäume gerne gehalten“, sagt er. Sie haben einen Großteil der Momm-Ära begleitet. Die Stämme – darunter Spitzahorne, Linden, Eschen und Buchen – gehörten einfach zum Park, so Schoder.
„Selbst der schönste Baum in der Mitte ist aber komplett kaputt.“ Bei einigen Stämmen laufe das Regenwasser oben ungehindert rein, unten sei innen mitunter alles schwarz. Schoder erinnert sich noch gut an den Vorfall im vergangenen Herbst, als die umstürzenden Bäume Menschenleben gefährdeten. „Das war dramatisch. Wir stehen da auch in der Verantwortung.“
Vorausgegangen waren der Fällaktion umfangreiche optische und mechanische Untersuchungen, etwa mittels einer speziellen Bohrmaschine, mit der das Innenleben des Holzes untersucht werden kann. Die Ergebnisse waren laut Limmer eindeutig. „Niemand kann die Sicherheit garantieren.“
Auch eine spätere Fällung sei nicht mehr zu rechtfertigen gewesen, da bald südlich der Momm-Villa die ersten Häuser eines Wohnparks gebaut werden sollen.
Eigentümer Konrad Schoder betont, dass für die gefällten Bäume Ersatzpflanzungen geplant sind. „Ich möchte den Park später neu gestalten“, sagt er. Dies soll bereits im Frühjahr geschehen.