Für Ahnenforschung war bisher aufgrund des umfangreichen Trainingsplans noch keine Zeit: «Im Moment pendle ich zwischen Stadion und Bett.» Durch die Zeitverschiebung in seine nordamerikanische Heimat ist zudem die Kontaktpflege vor allem mit Freundin Lindsay schwierig. Noch. Bereits im September fängt Lindsay als Lehrerin in einer Schule in London an. «Das war reiner Zufall, der uns aber sehr gelegen kommt», sagt Dobben.
«Unglaubliches Potenzial»
Schwer beeindruckt ist er von seinen neuen Mannschaftskollegen: «Wir haben unglaubliches Potenzial in der Mannschaft. Zudem herrscht eine gute Stimmung in der Kabine. Der erste Eindruck ist sehr positiv.
» Für die anstehende Saison hat Dobben eine wichtige Rolle: Zum einen hat Trainer Ken Latta ihn gleich mit dem «A» als stellvertretender Kapitän dekoriert. «Diese Funktion hatte ich auch schon in den beiden vergangenen Jahren inne. Außerdem ändert das nichts. Ich übernehme gerne Verantwortung und versuche, junge Spieler zu führen.» Zum anderen muss Dobben gemeinsam mit Mark Soares, der seit zwei Jahren sein Sturmpartner ist, den Abgang von Topscorer Jordan Webb kompensieren.
Der Zwei-Wege-Stürmer, der 2002 von NHL-Klub Ottawa Senators gedraftet wurde (hier sichert sich ein Verein das Recht, einen Spieler später einmal zu verpflichten), hat eine einfache Formel für den Erfolg: «Es geht mir nicht darum, irgendwelche persönlichen Ziele zu setzen. Ich will hart arbeiten, Spaß haben und mit dem Team Erfolg haben - das bringt den Erfolg des Einzelnen ganz automatisch mit sich.»
Kaum Zeit für Ausflüge
Dafür ist das Wohlempfinden in der neuen Heimat von großer Bedeutung für den ausgebildeten Kinesiologen (Kinesiologie ist ein wissenschaftlich nicht anerkanntes alternativmedizinisches Diagnose- und Therapieverfahren): «Ich habe mir viele Gedanken vor dem Wechsel nach Europa gemacht. Mir gefällt es hier jetzt schon sehr. Die Landschaft, die Architektur, das Bier. Alles das, wovon man vorher schon viel gehört hat, ist wirklich beeindruckend.» Allerdings bleibt momentan nach dem Training nur Energie, um sich mit Kumpel Mark Soares die Zeit mit Videospielen zu vertreiben. Die Vorzüge Bayerns müssen noch etwas warten: «Es sind aber Ausflüge nach München und in die Berge geplant.
» Ja, und das Bier wird es wahrscheinlich beim obligatorischen ESVK-Tag auf dem Oktoberfest geben.
Vielleicht trifft Dobben dann ja auch seinen Fast-Landsmann Robben und kann sich ein paar Tipps holen, wie man die Herzen deutscher Fans im Sturm erobert.