Noch 2003 gab es 90 Betten, im Jahr 2009 sind es 150 Betten. «Damit hat die Forensik inzwischen die Größe eines durchschnittlichen Kreiskrankenhauses», erläutert Düll weiter. Die Steigerung der Patientenzahl war früher bereits von Experten vorhergesagt worden. «Sie liegt nun auch in Kaufbeuren im bayerischen Schnitt.» Das Problem: Aus Platzproblemen liegen die Stationen über das BKH verteilt, obwohl schon allein aus Gründen der Sicherheit eine Konzentrierung um den bereits bestehenden Kernbereich - den sogenannten C-Bau - im Westen des Krankenhauses sinnvoll wäre.
Sozialministerium hat noch nicht entschieden
«Nun haben wir einen entsprechenden Antrag beim zuständigen Sozialministerium gestellt», erklärt Düll weiter. Eine Entscheidung in dieser Sache steht allerdings noch aus, da die Gelder für den Umbau erst noch bewilligt werden müssen. Über den finanziellen Umfang des Ausbaus könne noch nichts gesagt werden, da noch keine konkreten Pläne vorlägen. Es soll aber ein mehrstöckiges Gebäude entstehen, das an den C-Bau angegliedert wird. Zudem soll noch ein Therapiegebäude eingerichtet werden. Insofern wäre der Ausbau erheblich und würde sich laut Düll über mehrere Jahre hinziehen.
Rund 40 neue Arbeitsplätze sind durch das Mehr an Patienten in der forensischen Klinik, die seit einigen Jahren selbstständig und nicht mehr Teil des BKH ist, entstanden. Arbeiteten in der Forensik im Jahr 2003 noch 90 Beschäftigte (davon waren 56 Vollzeitstellen im Pflegebereich), sind es inzwischen 130 Kräfte (90 Vollzeitstellen in der Pflege, der Rest Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen und Angehörige weiterer Berufsgruppen).
Düll sieht die Forensik in Kaufbeuren derzeit am Rande ihrer Kapazität. «Mit diesem Ausbau würden wir Räumlichkeiten schaffen, die ohnehin nötig sind.» Im BKH gebe es keinen Leerstand mehr, den man nutzen könne. Einem weiteren Ausbau an Forensik-Betten erteilt er eine Absage. «Woanders wird dieser Bereich als Wachstumsmarkt gesehen, den man aktiv bewirtschaften möchte.
» Das gelte nicht für Kaufbeuren. Hier gebe es genügend andere psychiatrische Versorgungsbereiche.
Sollte das Ministerium grünes Licht geben, könnte sich Düll einen Beginn der Baumaßnahmen vielleicht schon heuer vorstellen, wobei diese Aussage mit Vorsicht zu genießen sei.