98 Mitarbeiter aus 13 Nationen sind mit von der Partie beim Zirkus Knie, darunter 31 Artisten und Tierbändiger, ein Orchester und ein Showballett. Während der 150-minütigen Show, bei der mehr als 100 Tiere durch das Manegenrund ziehen, werden die Besucher optisch zu Stationen nach Brasilien, Spanien, Indien und Afrika geführt.
Den Überblick über alles hat Zirkusdirektor Sascha Melnjak. Wie einige seiner Artisten ist auch Melnjak ein Quereinsteiger im Zirkusgeschäft. «Aber die Manege war mein Kindheitstraum», erzählt er, der schon in Jugendzeiten als Platzanweiser beim Zirkus angefangen hatte. Später fungierte er als Tourneeleiter. Und 2006, als der Zirkus Charles Knie zum Verkauf anstand, ging er das Risiko ein und wurde als Eigentümer zugleich Zirkusdirektor. Heute rechnet sich das Unternehmen zu den Großen der Zunft.
Vor vier Jahren stieß Juan Pablo Ochoa zur bunten Truppe. Der 29-jährige Mexikaner macht den Clown. «Ich helfe den Leuten, den Alltagsstress zu vergessen», erzählt er. Durch die Liebe zu einem Rollschuh-Artisten ist Alina Andreewa zum Zirkus gekommen. Die heute 20-Jährige wuchs mit der Zeit in die Rollschuhnummer hinein.
Maßgeschneiderte Kostüme sind rund 70000 Euro wert
Allein die Kostüme der zweieinhalbstündigen Vorstellung sind laut Zirkus-Pressesprecher Sascha Grodotzki rund 70000 Euro wert. Allein 70 der über 100 maßgeschneiderten Gewänder präsentieren die Tänzerinnen des Show-Balletts. Zwischen den schillernden Tanzeinlagen drehen junge Brasilianer zwölf Meter über dem Manegenboden zweifache und dreifache Salti. Denisa aus Tschechien balanciert auf dem Kopf ihres Bruders Dany, während der stehend auf zwei galoppierenden Friesenhengsten reitet. Iurie Basiul aus Moldavien gleitet von einem Spagat in den nächsten und vollführt scheinbar schwerelos einarmige Handstände. (oh)