Eine Verkleinerung oder gar ein Aus für den Standort ist für Buhl kein Thema. Im Gegenteil: In seinen Augen müsste die Zahl der Soldaten in der Stadt eher steigen.
Argumente zieht er aus der steigenden Bedeutung der ABC-Abwehr (gerade wegen der Auslandseinsätze) und der neuen Lage der Bundeswehr ohne Wehrpflichtige.
Wer auf Freiwillige, Zeit- und Berufssoldaten setzte, müsse die eigene Attraktivität und gute Rahmenbedingungen besonders im Blick haben. Und eben da biete das Allgäu hervorragende Möglichkeiten. Die ABC- und Selbstschutzschule beispielsweise benötige vor allem Fach- und Expertenwissen.
Und qualifiziertes Personal sei eben leichter für einen schönen Standort zu gewinnen. Ähnlich gelte das für die Sportfördergruppe, die in der Region eine besonders gute Trainingssituation habe und möglichst wachsen sollte.
Platz für mehr Soldaten
Überlegungen zu einer Zusammenführung der ABC-Abwehr an einem anderen Ort erteilt Buhl eine Absage: Die Ansiedlung weiterer ABC-Abwehrkräfte sei doch im Raum Sonthofen gut denkbar.
Platz gebe es zum Beispiel in der Grüntenkaserne. Der Standort Kempten biete weitere Reserven und Potenzial, wolle die Bundeswehr mehr ABC-Abwehr im Allgäu ansiedeln.
Punkten könne Sonthofen auch mit der Historie, so der Bürgermeister: Man sei schließlich seit 1956 Bundeswehr-Standort und die Soldaten entsprechend in der Bevölkerung verwurzelt.
Das zeige sich auf vielfältige Weise. Zudem: Mit dem Abzug anderer Einheiten in den Vorjahren habe Sonthofen schon einen großen Beitrag zur Modernisierung der Bundeswehr geleistet.
Eindrücke von der Arbeit an der ABC- und Selbstschutzschule verschaffte sich FDP-Bundestagsabgeordneter Rainer Erdel, Mitglied im Verteidigungsausschuss. Der Oberst der Reserve kennt die Schule selbst von der Teilnahme an Lehrgängen. Bei dem Gespräch nannten Soldaten eine qualifizierte ABC-Abwehr-Ausbildung unverzichtbar, heißt es in einer Pressemitteilung der FDP.
Die Kapazität der Lehrgangsplätze solle in den nächsten Jahren von 6300 auf über 8000 aufgestockt werden. Zum Programm gehörte ein Besuch der GOB-Kaserne: Dort erläuterten Cornelia Bodenstab und Carsten Kotte (Staatliches Bauamt) die notwendigen Arbeiten der nächsten Jahre.
FDP-Bundestagsabgeordneter Rainer Erdel besuchte die Jägerkaserne in Sonthofen. Mit auf dem Foto: Ortsvorsitzender Dieter Thinschmidt (links), Kreisvorsitzende Gisela Bock und der Standortälteste, Oberst Wolfgang Klos. Foto: FDP