Laut dem Leiter des Bauamts im Landratsamt Oberallgäu müsse hierbei allerdings berücksichtigt werden, dass 2010 zwei Hotel-Neubauten in Oberjoch und Oberstdorf mit rund 34 Millionen Euro zu Buche schlugen. Bauvorhaben mit einem solchen Investitionsvolumen seien voriges Jahr nicht beantragt worden.
Vergleicht man die aktuelle Zahl mit den Werten der Vorjahre, sei 2011 weiterhin relativ viel Geld in die Hand genommen worden, bilanziert Liebl. Ansonsten hätten sich 2011 in keinem Bereich – weder im Wohnungsbau, noch im Gewerbebau oder in der Landwirtschaft – große Veränderungen zum Vorjahr ergeben.
Was in der Statistik allerdings auffällt: Im ersten Halbjahr 2011 gab es deutlich mehr Bauanträge – insgesamt 729 – als im zweiten Halbjahr (503). Unterm Strich sei der Jahreswert aber um sechs Prozent gestiegen.
Grundstücke immer kleiner
Und welche Trends lassen sich aus den Zahlen ableiten? „Eigentumswohnungen werden nur in geringer Anzahl gebaut“, eruiert der Bauamtsleiter. Die Tendenz gehe mehr in Richtung Ein- beziehungsweise Zweifamilienhäuser. Der Bau von Mietwohnungen spiele im Landkreis weiterhin nur eine untergeordnete Rolle.
Was Liebl zudem beobachtet hat: „In neuen, von den Gemeinden ausgewiesenen Baugebieten werden die Grundstücke für Einfamilienhäuser immer kleiner.“ Beispielsweise in Sonthofen, im Bebauungsplangebiet „Am Sonnentauweg“ mit Grundstückgrößen für Einfamilienhäuser von etwa 250 bis 330 Quadratmetern. Schuld daran seien die steigenden Quadratmeterpreise.
Und hat sich eigentlich die Staatsschuldenkrise im Euroraum auf das Bauen im Oberallgäu ausgewirkt? „Es ist nicht groß erkennbar, dass wegen der Euro-Krise im Oberallgäu nun ein Bau-Boom ausgebrochen ist“, antwortet Liebl.