Der Geistliche blickt, wie er selber sagt, auf ein vielfältiges und farbenfrohes Leben zurück. Höhepunkt waren seine Jahre in Afrika. Auf eigenen Wunsch ging der gebürtige Leutkircher 1974 nach Sambia und blieb zehn Jahre dort. Er genoss den freieren, weil bürokratie-ärmeren Lebensstil und schätzte die Nähe zu den Menschen. «Ich war Krankenpfleger und Postbote», sagt er. Er hat Kranke ins Krankenhaus gefahren und auch Säcke transportiert. «Eine Mischung aus Entwicklungshelfer und Seelsorger.»
Heimweh nach Afrika
1984 kehrte er, gesundheitlich angeschlagen, nach Deutschland zurück und übernahm eine Pfarrei in Vilgertshofen bei Landsberg. Zweieinhalb Jahre später hatte er «Heimweh» nach Afrika, wechselte abermals nach Sambia. Diesmal blieb er drei Jahre und kehrte ungern wegen einer Malaria-Erkrankung nach Deutschland zurück.
Zwölf Jahre war er dann Stadtpfarrer in Neu-Ulm, bis er mit 61 Jahren noch einmal etwas Neues anfangen wollte. Er bat den Bischof um eine kleinere Pfarrei und kam 2003 nach Fischen. Hier traf er auf einen Menschenschlag, der geprägt ist von Geradlinigkeit und einem «bodenständigen Realismus».
Stolz ist Kempter auf die Entwicklungen, die er in seiner Amtszeit initiiert oder unterstützt hat: angefangen von neuen liturgischen Formen wie einer Wort-Gottesfeier bei Hochzeiten und Beerdigungen über ökumenische Abendgebete bis hin zu Ministrantentreffen. Schwerpunkt seiner seelsorgerischen Tätigkeit waren die Hausbesuche. In seine Zeit fielen auch die Renovierung der Fischinger Kirche, der Kapelle Langenwang und der Kirche in Obermaiselstein. Jetzt freut er sich, die Leitungsaufgaben abgeben zu können: an den gebürtigen Niedersonthofener Max Hieble, zuletzt Pfarrer in Aitrang/Ostallgäu.
Kempter bleibt nun mehr Zeit zum Lesen (geistliche Literatur, aber auch Bücher über andere Kulturen) und zum Reisen in ferne Länder.
Festgottesdienst: Pfarrer Kempter wird am Sonntag, 8. August, um 9 Uhr in Obermaiselstein und am Sonntag, 22. August, um 10.30 Uhr in Fischen verabschiedet. Nach dem Gottesdienst ist jeweils ein Stehempfang am Kirchplatz bzw. im Pfarrgarten geplant.