
Dabei nahm er vor allem den Kostenanstieg beim Umbau des Füssener Museums genauer unter die Lupe. Bei aller kritischen Beleuchtung: Die Rechnungsprüfer bissen keineswegs bösartig zu, sondern äußerten sogar Verständnis für manche Kostenmehrung. Rund 1,1 Millionen Euro waren für Umbau und Sanierung des ehemaligen Klosters St. Mang im Vorfeld der Bayerischen Landesausstellung veranschlagt.
Doch es kam teurer: Die Kosten stiegen um rund 210 000 Euro an. Bei einer „relativ großen Maßnahme im Altbestand“ könne man die anfallenden Kosten nie genau fixieren, meinte Lochbihler. Allerdings hätte man bei der Planung manche Punkte schlichtweg übersehen. Etwa bei der Sanierung der Toilettenanlagen: Hier waren überhaupt keine Ausgaben für Fliesenarbeiten vorgesehen.
„In manchen Bereichen ist der Gedanke nicht von der Hand zu weisen, dass man im Vorfeld einiges besser beachten und planen könnte“, sagte Lochbihler. Auch habe es immer wieder Abstimmungsprobleme während der Arbeiten gegeben, zudem seien manche Maßnahmen nicht abgenommen worden.
Der größte Einzelposten beim Kostenanstieg sei aber „nicht vermeidbar“ gewesen, räumte er ein: Total veraltete, zum Teil noch mit Textilien isolierte Stromleitungen mussten ersetzt werden.
Bürgermeister Paul Iacob dankte für den kritischen Blick auf die Kostensteigerung: „Wir sehen es nicht als Boshaftigkeit an, wenn man Fehler aufdeckt“, meinte er für die Verwaltung. Vielmehr sei dies hilfreich, um eben solche Fehler in Zukunft zu vermeiden.
Und Iacob geht davon aus, dass sie sich vermeiden lassen: „Es hat sich innerhalb des Hauses einiges geändert“, sagte er, ohne ins Detail zu gehen.
Beim Personal gespart
Letztlich leitete der Finanzausschuss einstimmig die Jahresrechnung befürwortend an das gesamte Kommunalparlament weiter. Zumal die finanziell klamme Stadt das Haushaltsjahr 2010 besser als erwartet überstanden hat.
Ein Anwachsen des Schuldenberges konnte durch höhere Einnahmen bei der Einkommenssteuer sowie durch Einsparungen bei Personal- und Sachkosten vermieden werden.