Doch scheitert ein Ankauf für das städtische Museum oft am chronischen Geldmangel der Kommune. Das soll sich ändern: Bürgermeister Paul Iacob will in diesem Jahr einen Kulturfonds ins Leben rufen, der mit privaten Mitteln von Mäzenen gefüllt werden soll. „Wir hoffen, damit eine Grundlage schaffen zu können, die uns schnelle Reaktionen ermöglicht, sollten für Füssen interessante Exponate auf dem Markt sein.“
Rückblende: Als 1989 das städtische Museum neu eröffnet wurde, konnte dort gerade mal eine einzige Laute präsentiert werden – eine Leihgabe des Germanischen Nationalmuseums. Wahrlich keine Ruhmestat für eine Stadt, die als Wiege des europäischen Geigen- und Lautenbaus gilt. Doch im Laufe der Jahre änderte sich die Situation. Heute gibt es eine Dauerausstellung mit 50 Instrumenten, sogar eine komplette Geigenbauwerkstatt ist im Museum zu bewundern.
Möglich machten das einige Mäzene und sehr viele Spender mit großen und kleinen Beträgen.
Dieser Bürgersinn existiert noch immer: Zuletzt zeigte er sich bei der Bodenstanduhr aus der Wieskirche fürs Museum, die mehrere Füssener finanzierten. Darauf baut Iacob auch in Zukunft. In einem Kulturfonds sollen die Mittel von privater Seite gebündelt und im Falle eines Falles gezielt und schnell für den Kauf von Exponaten eingesetzt werden, schwebt ihm vor.
Denn die Stadt allein könne das nicht finanzieren, verweist Iacob auf „knappe Kassen“. Um Füssens Kulturgut und Tradition zu pflegen und zu bewahren, sei die Kommune auf Zuwendungen angewiesen. Bei den Mäzenen will sich der Bürgermeister mit dem einen oder anderen kulturellen Schmankerl bedanken: Beim Festival „Vielsaitig“ könne man sie zu einem Preview-Konzert einladen, lautet eine seiner Ideen.