Knackig kalt ist es - doch die Hobbyastronomen sind bestens vorbereitet: «In meinen Handschuhen sind Wärmepäckchen und in meinen Schuhen eine Heizsohle», erzählt Helmut Herbel, während er erwartungsvoll zu den Bergen hinüberschaut. Rot leuchtende Wolken kündigen dort bereits die Sonne an.
7.50 Uhr: Englert wird zusehends nervös: «Ich fürchte, wir werden den Sonnenaufgang nicht sehen.» Der Grund: Ein Waldstück versperrt die Sicht. Der Rentner ärgert sich: «Mit dem Wald habe ich nicht gerechnet.»
7.55 Uhr: Die Geräte werden abgebaut. «Wir fahren auf die Südseite zum Helmerhof. Da sieht man mehr», sagt Englert. Die komplette Ausrüstung wird im Auto verstaut, der Tross setzt sich in Bewegung. Viel Zeit bleibt nicht: Für 9.18 Uhr ist der Höhepunkt der partiellen Sonnenfinsternis angekündigt.
Auto versagt an vereistem Hang
8.15 Uhr: Die Sonne ist aufgegangen. Englert sucht verzweifelt den Helmerhof. Endlich kommt die Abzweigung, aber sein Auto macht Probleme: Die Räder des Wagens drehen am steilen Hang auf der glatten Fahrbahn durch. «Das hat uns noch gefehlt», ärgert er sich. Der Lehrer im Ruhestand beschließt, weiter unten Halt zu machen und dort sein Teleskop aufzubauen.
8.34 Uhr: «Da ist die Sonne», entfährt es dem 72-Jährigen. Durch sein Instrument sieht er endlich, wie sich der Mond langsam vor die glühende Sichel schiebt. Seine Kollegen Helmut Herbel, Jan Faßhold und Christoph Brunner haben es bis zum Helmerhof geschafft.
Durch ein Sonnen- und Spiegelteleskop - präpariert mit speziellem Filter beziehungsweise einer Sonnenfolie zum Schutz vor der UV-Strahlung - verfolgen sie das Schauspiel.
9 Uhr: Knapp die Hälfte der Sonne ist bereits verdeckt, auf dem Höhepunkt werden es knapp zwei Drittel sein. Faßhold ist mit der Sicht nicht wirklich zufrieden: «Es ziehen immer wieder Nebelschwaden vorbei», bedauert er.
9.18 Uhr: Der Höhepunkt: Mehr als die Hälfte der Sonne ist verdeckt. Brunner wirft einen Blick durchs Teleskop - wendet sich aber kurz darauf ab: «Die Wolken verdecken die Sonne jetzt immer mehr.»
9.30 Uhr: Der Tross am Helmerhof baut seine Geräte ab, Englert schaut weiter durchs Fernrohr. «Es lief zwar nicht optimal - aber wir haben alles Wichtige gesehen», sagt er zufrieden. Weit spektakulärer war dagegen die totale Sonnenfinsternis 1999: «Da herrschte fast Weltuntergangs-Stimmung. Das war heute nicht so.» Trotzdem sei das Naturschauspiel ein «richtiges Geschenk» gewesen. Schließlich hatte Englert heute Geburtstag ...