Füssen (hs) | 04.02.2012 00:00 Uhr
Brot-Brunnen in Füssen soll kommen
Hildegard Schmid-Höfler sammelt seit drei Jahren Spenden für ein Wasserspiel – Nun hat auch der Stadtrat zugestimmt
Ein Bäcker, ein Müller und ein Bauer sitzen auf einer stilisierten Getreidegarbe – vorerst aber nur im Modell. Doch es soll bald als 2,60 Meter hoher, bronzener Brunnen auf dem Schrannenplatz verwirklicht werden. Das hofft Hildegard Schmid-Höfler, die seit einem runden Geburtstag vor drei Jahren im Stillen Spenden für dieses Projekt sammelt. Und das erfolgreich. Rund 55 000 Euro sind bereits zusammen, doch das reicht noch nicht: „70 000 Euro braucht man mindestens“, kalkuliert Schmid-Höfler. Sie geht nun mit ihrem Plan an die Öffentlichkeit, um weitere Spender zu finden. „Das ist ein ungeheurer Bürgersinn, ich finde es faszinierend“, sagt Bürgermeister Paul Iacob zu diesem Engagement.
Die Idee für einen Brunnen auf dem Schrannenplatz hatte Hildegard Schmid-Höfler schon lange – seit dem Bau des Mädchenbrunnens. Vor drei Jahren schließlich packte sie das Projekt an: Statt Geschenken zu ihrem 70. Geburtstag bat sie um Spenden für das Wasserspiel, das sich thematisch passend zum Schrannenplatz (Schranne = Kornhaus) um Getreide und das Bäckerhandwerk drehen sollte.
Josef Walk aus Roßhaupten schuf das Modell, bald floss das Geld – darunter auch eine Einzelspende in Höhe von 40 000 Euro eines Füsseners, der anonym bleiben will. Inzwischen sind rund 55 000 Euro beisammen, bald soll die Summe für die Anschaffung des Brunnens komplett beisammen sein.
Allerdings: So richtig begeistert war der Stadtrat anfangs von diesem Vorhaben nicht. Denn man rechnete mit circa 50 000 Euro für Tiefbaumaßnahmen und Brunnentechnik sowie Jahr für Jahr mit rund 10 000 Euro Betriebskosten.
„Das hätten wir uns nicht leisten können“, berichtet Bürgermeister Iacob aus nicht öffentlichen Beratungen. Es kam sogar so weit, dass die Kommune die bisher gesammelten Spendengelder wieder an Schmid-Höfler zurück überwies.
Das kann’s doch nicht sein, dachte sich Stadtrat Jürgen Doser: „Da schalte ich mich mit ein.“ Gemeinsam mit Füssenern fand der Diplom-Ingenieur eine günstigere Lösung: Ein Kellerraum im Gesellenhaus kann dank der Kolpingfamilie für einen Wassertank genutzt werden, der den Brunnen am Schrannenplatz speist.
Das Wasser wird aufgefangen und immer wieder verwendet. Aufwendige Tiefbaumaßnahmen fallen so flach, auch der Wasserverbrauch wird auf ein Minimum reduziert. „Das ist jetzt alles erheblich günstiger“, freut sich Bürgermeister Iacob. Wobei Doser anmerkt: „Es ist jetzt mit dem Tiefbauamt eine Lösung gefunden, damit der Brunnen kommen kann.“ Der Stadtrat sprach sich nun einstimmig für das Vorhaben aus.
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