Das hat offenbar auch die Macher der Füssener Landesausstellung beeindruckt: Sie widmen König - verwandt mit der gleichnamigen Füssener Uhrmacherdynastie - viel Raum. Zu den hochkarätigen Exponaten zählt ein Portrait, auf dem der Füssener Kaufmann recht finster dreinschaut. Das Besondere dabei: «Lange Zeit wurde das Bild nicht Jakob König, sondern König Jakob von England zugeschrieben», verrät Ausstellungschef Dr. Rainhard Riepertinger schmunzelnd.
Der Füssener sei zwar nicht vergleichbar mit damaligen «Handelsgiganten» wie Fugger oder Welser - «er gehörte aber zur gehobenen Mittelklasse», so Riepertinger. Dies belege die Tatsache, dass König im «Fondaco dei Tedesci» in Venedig ein eigenes Kontor besaß. Dort mussten sich alle großen Händler aus Deutschland niederlassen, die in dem Stadtstaat Handel betreiben wollten.
«Ein billiger Jakob kam da nicht rein», ergänzt Kulturamtsleiter Thomas Riedmiller.
Doch auch andere Füssener Händler waren fern der Heimat erfolgreich. Etwa jener Kaufmann aus Bologna, der den Eltern daheim im Altar der Anna-Kapelle ein Gemälde spendete. Riedmiller nennt auch die Familie Enzensberger, die in Hamburg durch den Textilhandel zu Wohlstand kam, oder die Familie Angerer aus Rückholz. Selbst im Füssener Totentanz (1602) ist ein Fernhändler am Hafen abgebildet.
In einer Disziplin waren die Füssener einst sogar Weltmeister - im Lautenbau. Auch diesem Aspekt widmet die Ausstellung viel Raum. Vier Instrumente (darunter zwei Stücke der aus Roßhaupten stammenden Familie Tieffenbrucker sowie eine 1,80 Meter lange Basslaute von Christoph Koch) unterstreichen die führende Rolle der heimischen Instrumentenbauer bis ins 17. Jahrhundert. Was laut Riedmiller auch an der raffinierten Arbeitsteilung und dem geschickten Vertrieb lag.
«Früher hat oft Italien den Norden beeinflusst», so Riepertinger. «Beim Lautenbau war es andersherum.» Denn erst das Können und der Wissensexport durch Füssener Spezialisten führte zur Blüte in Italien. Das gilt auch für den Geigenbau. «Selbst bei Stradivari geht die Fertigung teils auf Fähigkeiten aus Füssen zurück», so Riedmiller.