Gegen diese Pläne wollen sich nun die «Freunde und Förderer des Krankenhauses Füssen» wehren und haben deshalb bei ihrer Mitgliederversammlung einstimmig eine Resolution beschlossen.
Fleschhut unter Zugzwang
«Landrat Fleschhut ist unter Zugzwang: Marktoberdorf kann er nur halten, wenn dort die Geriatrie als geriatrisches Zentrum kommt», sagte Dr. Peter Schwarz vom Förderverein den Mitgliedern. Als Konsequenz würde Füssen die Geriatrie verlieren. Dies sei aber Unsinn: Denn Marktoberdorf besitze keinen Akutbereich - folglich müssten Notfälle dann nach Kaufbeuren.
Und auch die Geburtshilfe stünde auf «wackligen Beinen», so der Mediziner. Ob sich dann aber ein Krankenhaus nur noch mit Innerer Abteilung und Chirurgie rechne, «steht in den Sternen», so Schwarz. Ein Problem sei sicher auch, dass neben den Geburtenrückgängen viele Schwangere nach Kempten gingen.
Runder Tisch mit Frauenärzten
Um zu hinterfragen, warum niedergelassene Füssener Ärzte ihre Patientinnen lieber nach Kempten als ins Füssener Krankenhaus schicken, will der Förderverein schon bald einen runden Tisch mit Frauenärzten und Hebammen ins Leben rufen.
Jetzt sei es wichtig, schnell zu handeln, sagte Fördervereinsvorsitzende Gerda Bechteler. Denn schon am 26. Mai soll in einer Verwaltungsratsitzung über die Zukunft der fünf Ostallgäuer Kliniken entschieden werden. Das sahen die Mitglieder des Fördervereins ähnlich und stimmten geschlossen für die Resolution.
Reformen müssten nach wirtschaftlichen und nicht nach politischen Gesichtspunkten fallen, betonte Schwarz: «Wenn man schon so viel Geld an eine Beratungsfirma zahlt und es dann politisch nicht durchdrücken will, stehen wir in zwei Jahren wieder mit einem Minus von sechs Millionen Euro da - das ist ein Trauerspiel.
» Denn «wenn man es rein wirtschaftlich betrachtet, müsste man drei der fünf Kliniken zusperren» und nur Kaufbeuren und Füssen blieben erhalten, betonte Schwarz.