
Beantragt hatte das neuerliche Votum die Freie Dorfgemeinschaft (FD). Für die wertvollen und großflächigen Naturräume auf Gemeindegrund bestehe schon jetzt ein „wirkungsvoller und umfangreicher Schutzstatus“, begründet die Fraktion ihre Ablehnung.
Hinzu komme, dass sich die Verantwortlichen bei der Bewirtschaftung der Flächen „ausdrücklich zur nachhaltigen, sorgsamen und naturverträglichen Nutzung“ dieser Gebiete gemäß Schutzstatus bekannten. Ein weitergehender Schutz sei nicht nötig.
Bürgermeister Reinhold Sontheimer (CSU) verwies zudem auf Befürchtungen, dass Alpwirtschaft, aber auch Jagd und Waldnutzung im Nationalpark Einschränkungen zu erwarten hätten.
Das alles ließ Roman Seider (SPD) nicht gelten. „Hier wird unter der Gürtellinie gearbeitet“, ärgerte er sich über „Stammtisch-Parolen“ der Park-Gegner und die Verknüpfung der Themen Umfahrung, Trinkwasser und Nationalpark.
Gerade mit Blick auf die „schlechteren Winter“ biete der Nationalpark eine „qualifizierte touristische Perspektive“ für die Region Schwangau. Seider beantragte schließlich eine Vertagung und ausführliche Abwägung – dies wurde mit 13:2 abgelehnt.
Contra erhielt Seider gleich von mehreren Räten. So unterstrich Robert Berchtold (FD), dass hier nicht wie angesprochen ein Dutzend, sondern an die 170 Rechtler betroffen seien. Die oft zitierten Ausnahmeregelungen liefen irgendwann aus, war er sicher.
„Außerdem wird nur die halbe Wahrheit gesagt“, verwies der Forstdirektor etwa darauf, dass 200 neuen Arbeitsplätzen der Wegfall von mindestens ebenso vielen Forstdienststellen gegenüberstehe.
„Es geht nicht um irgendwas, es geht um unsere Heimat“, empörte sich Timo Raschke (CSU). Massive Angst um Wald und Weiden äußerten Johann Stöger (FD) und Otto Lang (CSU) – zumal es in Schwangau keine Weiderechte, sondern nur Verträge gebe, die man problemlos auslaufen lassen könne. Das Argument Tourismus hielt Stöger gar für „Augenwischerei hoch zehn“: „Den wollen die doch gar nicht!“