
Am heutigen Dienstag steht die alles entscheidende Beratung des eigens für die Realisierung der Krippe gebildeten Ausschusses an. Bayer ist vor dem Treffen guter Dinge: „Es geht noch um die Feinabstimmung.“ Was sich immer deutlicher abzeichnet: Die katholische Kirche wird voraussichtlich Träger der Einrichtung. Damit klären sich auch die Fragen nach Ort und Beginn der Betreuung.
Von einst fünf Optionen sind nach intensiver Durchleuchtung zwei übrig geblieben: der favorisierte Pfarrhof in Trauchgau und der gemeindliche Kindergarten in Buching. Letzterer müsste ausgebaut und um die geplanten zwölf bis 15 Plätze der Krippe erweitert werden.
„Die staatliche Förderung abgezogen, müssten etwa 90 000 Euro von der Gemeinde getragen werden“, sagt Bayer. Auch wenn die Kosten für die Gemeinde vermutlich etwas höher sind, scheint es auf Trauchgau als Standort hinauszulaufen. Denn die Diözese habe ihr Interesse bekundet, als Träger der Einrichtung aufzutreten und für die Betreuung den größtenteils leer stehenden Pfarrhof vorgeschlagen.
Die Zeit drängt
Eine Lösung, die auch bei der Gemeinde auf fruchtbaren Boden fällt: „Eine Krippe wäre bei der Kirche in guten Händen“, sagt Dritter Bürgermeister Stefan Vilgis. Der 66-Jährige ist fest davon überzeugt, dass im Ausschuss ein Vorschlag erarbeitet wird, der dem Gemeinderat in seiner Sitzung nächste Woche vorgelegt werden kann.
Denn tatsächlich sitzt den Verantwortlichen die Zeit im Nacken: Die für das Projekt so wichtigen Fördergelder gibt es allein, wenn die Krippe noch dieses Jahr den Betrieb aufnimmt. „Das ist unser erklärtes Ziel“, versichern Vilgis und Bayer.
Allerdings müssen sich Kirche und Gemeinde noch in einem Punkt einigen: den Kosten. Um eine Krippe im Pfarrhof unterzubringen, muss das Gebäude saniert werden. „Die komplette Sanierung würde rund 650 000 Euro kosten“, verrät Bayer.
Abzüglich der Förderung hätten die Kirche und die Gemeinde Halblech gemeinsam etwa 280 000 Euro zu stemmen. Die Diözese habe bereits signalisiert, auf jeden Fall die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Damit blieben aber 140 000 Euro für die Gemeinde – und damit deutlich mehr, als der Umbau des gemeindlichen Kindergartens in Buching kosten würde.
Trotzdem bleibt Trauchgau erste Wahl, allerdings hofft die Gemeinde darauf, dass die Diözese etwas mehr an Kosten übernimmt als die ins Spiel gebrachten 50 Prozent, hieß es.
Zwar war Pfarrer Markus Dörre nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, die Kirche scheint es mit ihren Absichten aber ernst zu meinen: Bisher tritt die Diözese Augsburg in 100 Kinderkrippen als Träger auf, in diesem Jahr sollen noch einmal in etwa die Hälfte dazukommen. Zudem soll zum Treffen heute auch der Kämmerer der Diözese ins Allgäu kommen. „Überhaupt“, sagt Vilgis, „wollen wir alle doch das Gleiche“.