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Schwangau | Von Markus Röck (Von Markus Röck) | 29.03.2010 00:00 Uhr

Jäger fühlen sich selbst im Visier

Hegeschau - Mangelnde Unterstützung beklagt

Die Jäger fühlen sich derzeit selbst ins Visier genommen. Bei der Hegeschau der Kreisgruppe Füssen im Bayerischen Jagdschutz-Verband (BJV) machte am Wochenende Vorsitzender Hermann Koch keinen Hehl aus der Verärgerung: «Von der früheren Freude an der Jagd ist uns nicht viel geblieben», sagte er in seiner Begrüßung. Seien die Jäger früher angesehene Bürger gewesen, fühlten sie sich heute einer regelrechten Hetze ausgesetzt. Dabei gehörten Gams- und Rotwild auch zur Tradition, die man sonst in Bayern immer so hoch halte. Statt immer höherer Abschusszahlen seien gegen die Verbissschäden im Wald intelligente Lösungen nötig.

Ausgerechnet in der Landeshauptstadt München, wo die Jäger als treue CSU-Wähler bislang ihre Unterstützer wähnten, brauten sich über ihnen mit Änderungen des Waffenrechts, dem Vorschlag, die Untere Jagdbehörde künftig den Landwirtschaftsämtern zuzuordnen, und zuletzt Forderung nach drastisch höheren Abschusszahlen zugunsten des Waldes mehrere Gewitter zusammen. Mit den Freien Wählern mit dem Jäger Hubert Aiwanger an der Fraktionsspitze hätten die Waidmänner im Landtag nun eine attraktive Alternative, drohte Koch unverhohlen.

Die CSU-Landtagsabgeordnete Angelika Schorer, die als stellvertretende Landrätin die Hegeschau eröffnete, sah die Kritik der Jäger bei ihrer Fraktion jedoch an der falschen Adresse. Das Arbeitspapier zum Waffenrecht habe man im Innenausschuss zurückgewiesen.

Den Vorschlag des Rechnungshofs zur Verlagerung der Unteren Jagdbehörde sei ebenfalls von der Politik zurückgewiesen worden und das forstliche Gutachten habe auch die CSU-Abgeordneten verärgert. «Die Abschusszahlen zu erhöhen kann nicht die einzige Lösung sein», sagte die Abgeordnete und warb um weiteren Dialog: «Das Fachwissen und die konstruktive Kritik der Jäger sind sehr wichtig.»

Jedoch bereitet nicht allein die Politik den Jägern Sorgen, wie Kreisvorsitzender Koch weiter ausführte. Auch das veränderte Freizeitverhalten führe zu Problemen, erläuterte er mit Beispielen aus seinem eigenen Revier: Eisklettern bei Flutlicht, nachts von der Ostlerhütte abfahrende Tourengänger und letztens sogar ein Didgeridoo-Spieler beunruhigen das Wild.

Forstdirektor Robert Berchtold beklagte die nach wie vor zu hohen Schäden durch Wildverbiss. «Leider zählen wir auch 2009 zu den schlechtesten Kreisen in Bayern», führte er aus. Nur im Ammergebirge liege man «fast im grünen Bereich». Dabei sei gerade in Zeiten des Klimawandels der Umbau in einem stabilen und standortgerechten Wald extrem wichtig, zumal wegen seiner Schutzfunktion, die der Wald in den Alpen besitzt.



Meinungen zum Thema:

  fuertiere , 28.03.2010 22:55

gegen die Jagd !!!

JägerInnen stellen nur 0,3% der Bevölkerung. Und trotzdem beherrschen sie fast unsere gesamte Natur. Die weit mehr als 300.000 Jäger durchstreifen schwerbewaffnet unsere Wälder oder sitzen im Hinterhalt auf Hochsitzen, um das wehrlose Wild abzuknallen.
Mindestens 6 Millionen Tiere metzeln die Grünröcke jedes Jahr in Deutschland nieder. Hinzu kommen allein bis zu 30.000 erschossene Hunde und bis zu 400.000 Katzen, für deren Tod die JägerInnen nach eigenen Angaben verantwortlich sind.
Im "Jagdjahr" 2004/05 wurden von Jägern in Deutschland z.B. 552.812 Feldhasen, 162.096 Wildkaninchen, 445.267 Fasane und 11.745 Rebhühner getötet (http://www.jagd-online.de/datenfakten/jahresstrecken/?meta_id=256)

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