Pfronten | mar | 2 () | 05.01.2009 00:00 Uhr
Gletscherthesen interessieren auch Ministerium
Hobbyforscher - Pfrontener Hans Geyer sucht nun nach einem Partner aus der Wissenschaft
Dass der neue bayerische Umweltminister Markus Söder angesichts des schmelzenden Schneeferners an der Zugspitze mehr Geld für die Forschung forderte, war für den Pfrontener Hobbyforscher Hans Geyer ein Signal zum Aufbruch in die Landeshauptstadt. Weil alles gebannt auf CO und Klimawandel starrt, wird seiner Meinung nach ein ganz anderer Grund für den Rückgang der Gletscher in den Alpen schlicht übersehen: die fehlenden Niederschläge. Die Verbindung von Glaziologie und Meteorologie - also von Gletscher- und Wetterkunde - herzustellen, wurde bislang tatsächlich versäumt, bestätigten Geyer Fachleute. Auch im Umweltministerium erkannte man auf seinen Hinweis hin Nachholbedarf. Fördermittel für so eine Forschung wären vorhanden, habe man ihm in München signalisiert. Nun sucht er nach einem Partner in einer Universität oder einem Forschungsinstitut, der die von ihm georteten Wissenslücken mit Hilfe staatlich geförderter Forschung schließt.
Für seine These, dass nicht die Klimaerwärmung, sondern der Rückgang der Niederschläge die Gletscher schrumpfen lässt, hat Geyer schon eine Reihe von Indizien gesammelt. So ergab die Auswertung von Aufzeichnungen über den Wasserabfluss im Rhein während der vergangenen 1200 Jahre, dass dieser bis in die Zeit zwischen den Jahren 1500 und 1600 kontinuierlich anstieg und seitdem zurückgeht. Die Entwicklung der Niederschläge deckt sich damit mit der Entwicklung der Gletscher: Bis zum Höhepunkt der so genannten Kleinen Eiszeit im 16. Jahrhundert wuchsen sie an und gehen seitdem kontinuierlich zurück.
Dass die Temperaturen nur geringen Einfluss auf das Wachstum der Gletscher haben, dafür hat Hans Geyer auch einen Hinweis in den Allgäuer Alpen gefunden: der Schwarzmilzferner, der einzige Gletscher des Allgäus, wächst an der Südseite der Mädelegabel - also auf der warmen Sonnenseite. Grund ist laut Geyer die vorherrschende Windrichtung aus West bis Nordwest. Der Wind weht den Schnee über den Bergkamm. Auf der Lee-Seite, im Windschatten im Süden, bleibt er liegen - als Nährstoff für den Gletscher. Auch, dass der Schwarzmilzferner zuletzt wieder wuchs, statt zu «schmelzen», wie er es der vorherrschenden Meinung des Klimawandels wegen tun sollte, sieht Geyer als Beleg seiner These. Geyer, der sich wegen seines Hobbys Gleitschirmfliegen mit Meteorologie befasst, hat mittlerweile auch schon mit dem Deutschen Wetterdienst Kontakt aufgenommen.
Dieser sich an dem Thema ebenfalls sehr interessiert gezeigt. Unter der Überschrift «Gletscherschwund - Klimawandel unter meteorologischen Aspekten» stellt Geyer seine Thesen am Mittwoch, 7. Januar, ab 19.30 Uhr bei einem Vortrag im Kurhaus Schwangau vor. Eine Woche später, am Mittwoch, 14. Januar, referiert Geyer ab 19.30 Uhr zum Thema «Geologische Interessantes um die Burgen - Gletscher und Klimaspuren» im Burghotel «Bären» in Eisenberg-Zell.
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