Der durch seine bildhauerischen Objekte bekannte Hannes Arnold trat früh in die künstlerischen Fußstapfen von Großvater und Vater und arbeitet heute im Atelier Kunst und Bauen Arnold und Eichler in Nürnberg.
Vom Trödelmarkt in den USA
Auf einem Trödelmarkt in den USA tauchte vor einigen Jahren eines der wenigen erhaltenen Alben Bruno Arnolds auf. „Wie es den Weg nach Füssen und durch einen Bericht in der AZ Aufmerksamkeit fand, löste mein Interesse aus“, erzählte Klaus-Dieter Eichler in der Vorstellung des daraus entstandenen Buchs: „Album von Füssen und Hohenschwangau - Nach Photographien von Bruno Arnold“. Das ursprüngliche Album mit 15 Aufnahmen war Grundlage der erweiterten und durch eine Biografie ergänzten Publikation.
Den aus Leipzig stammenden Bruno Arnold (1884-1933) zog wohl die Liebe nach Kempten. Dort machte er die Meisterprüfung, eröffnete sein eigenes Fotoatelier in Füssen und heiratete die Kemptenerin Margarete Deuringer. Im Ersten Weltkrieg war er Soldat im Frankreichfeldzug, es entstand ein Kriegsalbum. In Füssen gehörte er zu den ersten Skilehrern, war Gründungsmitglied des Eishockeyvereins und bekannt durch seine Kakteensammlung. Neben dem Broterwerb wie mit Hochzeitsbildern zog er mit den schweren Plattenkameras der damaligen Zeit los und machte seine künstlerischen Aufnahmen. Die neue unerreicht plastische Technik des Lichtdrucks mit der er sich intensiv befasste, war ihm wohl durch den Hoffotografen von König Ludwig II., Joseph Albert, bekannt. Auch studierte er die Perspektiven Alberts im Blick auf die Schlösser und steigerte die Wirkung der Bilder durch kompositorische Tricks.
Heute ist das Verfahren überaus selten und wird zur Herstellung von Faksimiles verwendet. Drei Werkstätten weltweit nutzen es, in Florenz, in Quito und in Leipzig. Von dort kam als besonderer Gast Wolfgang Schubert, Geschäftsführer der Lichtdruckkunst Leipzig. Hannes Arnold, der selbst ein bedeutendes Archiv besitzt, „hat sich unermüdlich um die Vorbereitung gekümmert“, sagte Eichler bei seiner Buchvorstellung.
Beim Gang durch die umfangreiche Ausstellung auch mit Beständen aus dem Archiv des Museums fasziniert die Detailgenauigkeit und plastische Wirkung der Bilder, und im Großformat kann man den Geheimnissen des Lichtdrucks nachspüren. Was die Schau darüber hinaus bemerkenswert macht und die Besucher in Scharen anzog, ist der historische Wert. Die Bilder sind Dokumente von Stadt und Umland zu Anfang des 20. Jahrhunderts, wie es sich dem geschulten Auge präsentierte. Unverstellt war der „Blickwinkel des Neubürgers“, erklärt Museumsleiter Thomas Riedmiller. So sind Aufnahmen aus dem Kloster heute Quellen für die historische Bauforschung.