In die Füssener Christuskirche war nicht zum Konzert eingeladen worden, sondern zum Gottesdienst als Abschluss des Weihnachtsfestkreises an Lichtmess.
Möglicherweise haben einige der zahlreichen Zuhörer in Füssen am folgenden Morgen auch in Pfronten diesen unter Leitung von Kirchenmusiker Wolfgang Pröbstl einstudierten Lobgesang miterlebt. Pfarrerin Ilka Huber wies in Füssen jedenfalls auf die Matinee in der Auferstehungskirche hin.
Oft sind es Kleinigkeiten, die den Besuch eines Auftritts zusätzlich gewinnbringend werden lassen. Vivaldis „Gloria“-Vertonungen – präsentiert wurde hier die längere Fassung in zwölf Teilen – sind inspiriert von einem angeblich schon 200 Jahre nach Christus verfassten Text.
Und man hatte sich an der Christuskirchen-Kantorei die Mühe gemacht, den Zuhörern ein Blatt mit der wörtlichen Übersetzung unter den lateinischen Versen in die Hand zu geben, ergänzt durch Informationen über Antonio Vivaldi und sein Werk sowie auch ein wenig Werbung in eigener Sache.
Händel-Konzerte und ein gemeinsam gesungenes Lied
Mit Georg Friedrich Händels Konzert für Orgel und Orchester wurden die Besucher des musikalisch geprägten Gottesdienstes auf einen Abend eingestimmt, der wieder mit Händel ausklang und zuvor zum gemeinsamen Singen aller drei Strophen des Liedes „Im Frieden Dein“ eingeladen hatte.
Die Werke von Händel erklangen wegen der Orgel-Sätze von der Empore. Danach erlebten die Zuhörer einen engagierten Dirigenten, der vorm Altarraum die beiden Kirchenchöre zum beeindruckenden Klangkörper einte, sowie zwei Solistinnen mit guter Leistung.
Pröbstls einmal mehr besonders intensive Probenarbeit mit annähernd 50 Sängern führte zu einem für Kirchenchöre ausgereiften Ergebnis.
Dem standen Konzertmeisterin Pia Janner-Horn und die Instrumentalisten nicht nach, sowohl als Begleitung des großen Chores als auch der Solistinnen Elisabeth Straubinger und Christine Strolz. Kleine Unsicherheiten in der Alt-Tonlage fielen wohl nur jenen Besuchern auf, die den unangebrachten Vergleich mit Profis nicht völlig unterdrücken konnten.
Das Publikum sprach allen Mitwirkenden nach dem Segen nochmals mit kräftigem Beifall ein herzliches Dankeschön aus. Es sei „ganz wunderbar“ gewesen, brachte Pfarrerin Ilka Huber den etwa einstündigen Musik-Genuss mit Vivaldis „Gloria“ für Soli, Chor, Orchester und Generalbass auf den Punkt.