
Nach der ersten Planungsphase hatten die Schüler Arbeitsgruppen gebildet, die sich verschiedenen Teilbereichen widmeten. So hatte eine Gruppe unter anderem den Auftrag, einen aussagekräftigen Fragebogen zusammenzustellen, diesen gezielt in und um Füssen einzusetzen und am Ende auszuwerten.
Abgefragt wurde etwa die persönliche Einstellung zur A 7 (zu den Kriterien zählten etwa Verbesserung der Infrastruktur, Entlastung des Verkehrs in den Dörfern, Lärmbelästigung und Zerstörung der Landschaft).
„Nicht richtig ernst genommen“
Die Gruppe „Behördenarbeit“ fragte in den Verwaltungen der betroffenen Gemeinden nach deren Reaktion, recherchierte beim Bund Naturschutz und der Autobahndirektion. „Manchmal hatten wir das Gefühl, nicht richtig ernst genommen zu werden“, lautete am Ende ein Eindruck der Schüler.
Nicht gerade einfach war die Arbeit der Gruppe, die Sponsoren gewinnen sollte. Da für das Projekt ein Film gedreht werden sollte, musste nicht nur Geld für eine Leihkamera aufgetrieben, sondern auch ein fahrbarer Untersatz für diverse Fahrten organisiert werden.
Blitzkurs über Kameratechnik
Der Bayerische Rundfunk in München zeigte sich bereit, einigen Schülern in einem Blitzkurs die Kameratechnik beizubringen. „Vom Rohmaterial bis zum fertigen Film haben wir uns einen roten Faden erarbeitet“, berichtet die Projektgruppe. In der Folge wurden an verschiedenen Punkten in Füssen, am Grenztunnel, im Gewerbegebiet und in der näheren Umgebung Kameraeinstellungen gesucht und Interviews geführt.
Durchwachsenes Fazit
Die Schüler zogen am Ende ein durchwachsenes Fazit: Neben einigen positiven Aspekten wurden auch die negativen Sichtweisen der unmittelbar von der A7 Betroffenen deutlich. Man gelange dank der Autobahn zwar schnell nach Kempten, doch die Belastungen für Natur und Mensch seien nicht von der Hand zu weisen. So lasse sich das Thema eher als „Fluch und Segen“ definieren.
Geografielehrerin Stephanie Schulte, die das Projekt als Seminarleiterin betreute, beeindruckte das unwahrscheinliche Engagement, mit dem die Projektgruppe diese Arbeit angegangen sei: „Wichtig war, dass die Gruppe erkannte, wie wichtig Teamarbeit ist. So haben sie sich im gesamten zu einer Art Experten auf den verschiedensten Gebieten entwickelt. Ich hatte nur die Moderation und war Anlaufstelle.“
Die Gruppe habe ihre Dynamik sozusagen selbst entwickelt. Fazit der Schüler: „Dafür, dass wir anfangs keine Ahnung hatten, ist etwas richtig Tolles herausgekommen.“