Jedes Jahr reist die Gruppe in ein anderes Land, um dort zu wandern und Land und Leute kennenzulernen. Heuer entschieden sie sich für Seeg, mit dem ihr Heimatort St. Laurent seit über zwei Jahren freundschaftliche Beziehungen pflegt. Bis zum 6. August wollen sie die Umgebung von Seeg erkunden und erwandern. «Es hat sich einfach angeboten, unsere Freunde in Deutschland zu besuchen», erklärt Gaby Ferchaud, Vorsitzender des Vereins «St. Laurent sans frontières» (St. Laurent ohne Grenzen). Über seinen Verein bandelten Seeg und St. Laurent erstmals an: Die Franzosen hatten auf ihrer Internetseite eine Partnergemeinde gesucht, Renate Carré war darauf aufmerksam geworden.
Bei bayerischen Spezialitäten wie Wurstsalat, Weißwürsten und Leberkäse lernen die Franzosen den Freistaat gleich von der kulinarischen Seite kennen. «Der Leberkäse schmeckt wirklich sehr gut», lobt Sylvie Maudet. Sie ist mit ihrem Mann zum ersten Mal in Deutschland - und ganz begeistert: «Nicht nur die Landschaft ist wunderschön. Auch die Leute sind sehr nett.»
Kaum ist das Essen verschlungen, gibt die Harmoniemusik Seeg den Franzosen ein kleines Standkonzert - mit typisch bayerischen Klängen. Den Nerv der Gäste scheinen sie genau getroffen zu haben: Sie erhalten frenetischen Beifall.
Die Eindrücke des Abends werden vor allem bei Bürgermeister Guy-Marie Maudet hängenbleiben: «Für viele Ausländer ist Berlin die erste Stadt, die sie in Deutschland besuchen. Ich beginne in Seeg», erklärt er. Er zeigt den deutschen Gastgebern - darunter zahlreiche Gemeinderäte - einen Film über St. Laurent. Als Dank für die Gastfreundschaft schenkt er der Gemeinde Pasteten, Weine - und weiße Bohnen. Sie seien eine typische Spezialität ihrer Region. Rathauschef Rinderle überreicht ihm im Gegenzug ein paar Regenschirme: «Angesichts des momentanen Wetters können sie die bei ihrem Aufenthalt gebrauchen.» (dr)