Bei Lechbruck aufgefallen
Ein 34-jähriger Ostallgäuer war im Februar 2008 im Raum Lechbruck mit seinem Auto unterwegs, als er aufgrund seiner Fahrweise einer Polizeistreife auffiel. Bei der Kontrolle stellte sich dann heraus, dass der Mann ebenso unter dem Einfluss von Cannabis stand wie seine 33-jährige Ehefrau, die seinerzeit mit einem anderen Auto direkt hinter ihm gefahren war. Das Ehepaar stimmte damals einer Wohnungs-Durchsuchung zu, bei der dann rund 28 Gramm Haschisch, elf Gramm Marihuana sowie Cannabis-Samen gefunden wurden. Für das Fahren unter dem Einfluss berauschender Mittel hat das Ehepaar bereits einen Bußgeldbescheid samt Fahrverbot erhalten.
Vor Gericht beteuerte der 34-Jährige, das in der Wohnung entdeckte Rauschgift sei ausschließlich für den Eigengebrauch gewesen und stamme aus eigener Zucht: Weil sie «nicht irgendein verunreinigtes Kraut» hätten rauchen wollen, hätten sie Cannabis-Pflanzen auf ihrem Dachboden gezogen. Die Samen stammten angeblich aus dem Internet. Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler allerdings keine Spuren einer Cannabis-Plantage. Angesichts dieses Umstands und eines beträchtlichen Wirkstoff-Gehalts des sichergestellten Rauschgifts hatte der Staatsanwalt jetzt zwar durchaus Zweifel an der Geschichte vom «ökologisch-kontrollierten Anbau». Letztlich konnte er aber den Angeklagten ihre Version nicht widerlegen.
«Von der Sache distanziert»
Die Verteidiger verwiesen im Plädoyer darauf, dass sich ihre Mandanten mittlerweile «von der Sache distanziert» hätten. Der Angeklagte selbst sprach von einem «sehr großen Fehler, aus dem wir gelernt haben».