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Buchloe (sei) | 30.01.2012 00:00 Uhr

Initiatoren des Bürgerentscheids zur Zukunft der Krankenhäuser im Ostallgäu stellen in Buchloe ihr Konzept vor

„Wir sind für alles, was den Kreiskliniken nützt“

Die Initiatoren des „Bürgerentscheids“ zur Zukunft des Kommunalunternehmens „Kliniken Ostallgäu-Kaufbeuren“ (KU) stellten im Buchloer Gasthof Eichel ihr Konzept zur Erhaltung und Neustrukturierung der vier Akutkrankenhäuser des Landkreises vor.
„Wir sind für alles, was den Kreiskliniken nützt“

Referenten waren Dr. Norbert Metschl, Günther Möhwald und der Sprecher des „Bürger Forum Gesundheit“ in Obergünzburg, Roland Boschny.

Der Auszug aus dem Kommunalunternehmen Ostallgäu-Kaufbeuren sei zwingend, da gegen das „immer geschlossene Auftreten“ der Kaufbeurer Vertreter im Verwaltungsrat (jeweils neun Mitglieder stellt die Stadt Kaufbeuren und der Landkreis) keine Beschlüsse durchgesetzt werden könnten – obwohl der Landkreis rund 76 Prozent der Bevölkerung stelle.

Auch die Schulden („überwiegend Schulden von Kaufbeuren“) trage zu 50 Prozent die Bevölkerung des Landkreises. Zudem seien die Abstimmungen geheim. Dies laufe „jeglichen demokratischen Regeln zuwider“, so Möhwald. Man sehe aber schon die Notwendigkeit, ein neues Kommunalunternehmen auf Landkreisebene zu gründen – mit Wahrung der Bürgerkontrolle.

Die Initiatoren seien jedoch nicht gegen eine Spezialisierung und auch die Zusammenarbeit mit Kaufbeuren wolle man durchaus fortsetzen. Gerade Marktoberdorf habe die größte Spezialisierung mit Wundzentrum, Handchirurgie und Endoprothetik gehabt, zudem das geringste Defizit. Alles das sei ignoriert worden. Ferner würden die großen Industrie- und Gewerbeansiedlungen in Marktoberdorf ein nahes Akutkrankenhaus erfordern. Es sei ein „Unding, dass der Notarzt im Winter eine Stunde nach Marktoberdorf unterwegs ist“.

Der Vorsitzende des Buchloer Krankenhaus-Fördervereins, Alois Schmalholz, wandte sich klar gegen das Bürgerbegehren. Warum solle man einen bestehenden Verbund zerschlagen und wieder aufbauen, fragte er. „Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei“, sagte Schmalholz weiter.

Man sehe nur in der bestehenden Zusammenarbeit eine Zukunft für das Krankenhaus St. Josef in Buchloe.

„Das Vertrauen ist erschüttert, Entscheidungen nicht rational und nicht nachvollziehbar“, entgegnete Möhwald. Eine Spezialisierung ohne Grundversorgung werde nicht greifen. „Wir sind für alles, was den Kreiskliniken nützt“, fügte Metschl an. Das Schicksal Marktoberdorfs könne auch Buchloe ereilen.

Der Buchloer Kreisrat Maximilian Hartleitner (CSU) sprach sich für das Bürgerbegehren aus und warb für den Erhalt der medizinischen Grundversorgung. Die Strukturen seien „von Anfang an falsch angelegt“.

Die beiden Partner (Kaufbeuren und Buchloe) würden auch nach fünf Jahren nicht an „einem Strang ziehen“ und deshalb sehe er mehr Chancen in einem Austritt aus dem Verbund.

Auf ärztlicher Seite werde sehr wohl an einem Strang gezogen, meinte der ehemalige Buchloer Chefarzt Dr. Ambros Ablasser – mit Spitzenleuten, „die sich untereinander verstehen und von der Bevölkerung angenommen werden“.



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Meinungen zum Thema:

  flyingdutchman , 30.01.2012 09:35

Jeglichen demokratischen Regeln zuwider ...

.. läuft nicht das Abstimmungsverhalten des Verwaltungsrates, sondern die neue Mode, grundsätzlich gegen die Entscheidungen eines demokratisch gewählten Gremiums Sturm zu laufen, wenn gerade mal die Interessen Einzelner nicht berücksichtigt wurden. Hier ist es diesmal ein Krankenhaus, woanders ist es ein Bahnhof, da ist es eine Autobahn und dort ein Einkaufszentrum. Wenn dann herauskommt, dass die Mehrheit tatsächlich den ursprünglichen Entscheidungen des gewählten Gremiums folgen möchte, wird trotzdem keine Ruhe gegeben. Das wird diesmal auch so sein. Von wegen Demokratie. Hier handelt es sich um die Durchsetzung rein individueller Interessen, um nichts anderes. Oder glaubt irgend jemand, dass die Initiatoren des Bürgerbegehrens auch nur einen Finger gerührt hätten, wäre das Buchloer Krankenhaus geschlossen worden ?
  budspencer , 30.01.2012 11:28

@flyingdutchman

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