
Das ins Auge gefasste, rund fünf Hektar große Gebiet "Römerwiesen" befindet sich östlich der Bahnlinie zwischen Lamerdingen und Dillishausen. Das Projekt wurde jedoch in der anschließenden nicht-öffentlichen Sitzung vom Gemeinderat einstimmig abgelehnt.
„Wollen keine Investoren“
„Wir wollen in diesem Bereich keine Investoren von außerhalb“, begründet Bürgermeister Konrad Schulze gegenüber der BZ den Beschluss. „Die Firma konnte uns keine Bürgersolaranlage garantieren, was ein entscheidender Punkt ist.“
Trotz der Absage an das Unternehmen sind weiterhin zwei Gebiete als mögliche Standorte für Solarparks in Lamerdingen und Umgebung im Gespräch. In beiden Fällen gibt es bislang allerdings verschiedene Hindernisse, die den Baubeginn verzögern oder ganz verhindern könnten.
Oberbrunnmähder: Die sieben Hektar große Fläche, ebenfalls östlich der Bahnlinie zwischen Dillishausen und Lamerdingen, soll für eine Bürgersolaranlage genutzt werden. Die Planungen dafür seien schon weit fortgeschritten, wie der Josef Batzer, Sprecher der Interessengemeinschaft „Lamerdingen – Solarpark Oberbrunnmähder“, berichtet. „Mit den privaten Grundstücksbesitzern ist alles geklärt“, bestätigt Bürgermeister Schulze. Lediglich die Obere und Untere Naturschutzbehörde hätten noch Einwände.
Wie Batzer erklärt, befinde sich das Areal nahe eines Vogelschutzgebietes. Es müsse noch geklärt werden, „ob die Vögel die Feuchtwiesen unseres Areals als Nahrungsquelle nutzen“.
Mit Ergebnissen könne erst nach dem Winter gerechnet werden. Bis dahin heiße es, Geduld zu bewahren. Batzer zeigt sich nach Berechnungen des eigenen Landschaftsplaners zuversichtlich, das Areal zur Verfügung gestellt zu bekommen. Allerdings drängt allmählich die Zeit. „Bis spätestens November müssen die Bauarbeiten begonnen haben“, berichtet Batzer.
Im Verlauf des Jahres gingen die Einspeisevergütungen für Freiflächenanlagen der Bundesregierung nahe Autobahnen und Bahnlinien drastisch zurück. Zu einem späteren Zeitpunkt sei das Projekt in dieser Form also nicht mehr umsetzbar, erklärte Batzer gegenüber der BZ.
Solarpark Dillishausen: Sofort mit den Baumaßnahmen begonnen werden könnte indes beim geplanten „Solarpark Dillishausen I“. „Das Baurecht ist da“, sagt Zweiter Bürgermeister Georg Weiß. Nur werde die Stromgewinnung auf Ackerflächen seit dem 1. Juli 2010 nicht mehr gefördert.
Zu spät eingereicht
„Der Aufstellungsbeschluss ist damals vier Wochen zu spät eingereicht werden“, erklärt Landwirt Georg Lochbrunner, der der Interessengemeinschaft „Solarpark Dillishausen I“ angehört. Geplant waren östlich des Lamerdinger Ortsteils Fotovoltaikanlagen auf einer Fläche von sieben Hektar. „Ohne die Bezuschussung hat sich die Anlage aus wirtschaftlicher Sicht für uns nicht mehr gelohnt“, so Weiß.
Entweder werde das Vorhaben wieder bezuschusst, „oder wir lassen es sein“, sagt der Zweite Bürgermeister. Lochbrunner zeigt sich indes zuversichtlicher.
Eventuell nächstes Jahr
Die Module für Fotovoltaikanlagen würden billiger und die Nachfrage nach Solarstrom größer. „Es ist zwar reine Spekulation, aber ich hoffe“, so Lochbrunner, „dass wir nächstes Jahr mit den Baumaßnahmen beginnen können.“