
Doch wer jetzt den Gang aufs Eis wagt, beispielsweise beim Gabrielweiher in Buchloe, beim Haspelweiher in Waal oder beim Bronnener Weiher, sollte vorsichtig sein: Die Eisflächen sind nach Angaben der Wasserwacht Buchloe noch nicht ausreichend stabil.
Durch Quellen, Wasserpflanzen, die ins Eis gefroren sind, und die Sonneneinstrahlung werde die Tragfähigkeit zusätzlich reduziert. Andreas Baumgartner, Technischer Leiter der Wasserwacht Buchloe, warnt eindringlich vor dem Betreten von zugefrorenen Gewässern: „Es besteht Lebensgefahr.“
Bei den aktuell niedrigen Wassertemperaturen verliere ein Mensch, der ins Eis eingebrochen ist, innerhalb kurzer Zeit das Bewusstsein „und läuft Gefahr, zu ertrinken“. Mit seinen Kollegen übt er zurzeit Einsätze auf dem Gabrielweiher. „Wir trainieren mit realen Bedingungen“, sagt Baumgartner, „der Weiher ist unterschiedlich stark zugefroren.“
Übung mit Rettungsschlitten
Seit 14 Jahren ist die Wasserwacht mit einem Rettungsschlitten ausgerüstet. „Der Vorteil daran ist, dass der Retter auf dem Eis laufen und sobald es einzubrechen droht, auf den Schlitten stehen kann.“ Das Gewicht des Retters verteile sich so gut auf dem Eis und verhindere somit weiteres Einbrechen. Sollte ein Kind oder ein Eisläufer ins Eis einbrechen, rät die Wasserwacht, Panik zu vermeiden.
Ist das Eis halbwegs tragfähig, sollte man versuchen, sich flach auf das Eis zu schieben und kriechend das Ufer zu erreichen. Wer einen Unfall beobachtet, muss schnell handeln: Über die Notrufnummer 112 ist die Wasserwacht, der Rettungsdienst und der Notarzt zu alarmieren. Eine genaue Wegebeschreibung erleichtert den Einsatzkräften das Finden der Unglücksstelle, so Baumgartner.
Bretter oder Äste reichen
Bis diese eintreffen, können der eingebrochenen Person zur Rettung verschiedene Hilfsmittel wie Bretter oder Äste gereicht werden. Der Helfer dürfe sich dabei der Einbruchstelle nie stehend nähern. „Er schiebt sich vielmehr liegend, möglichst mit ausgebreiteten Armen, zum Eisloch vor.“
Der Retter müsse durch eine kräftige Leine, die von einem zweiten Helfer gehalten wird, gesichert sein. Die Wasserwacht weist darauf hin, die gerettete Person flach auf den Boden zu legen und nicht unnötig zu bewegen. Sonst könnte der Kreislauf versagen. „Danach muss man unbedingt den Zustand des Geretteten überwachen und beim Aussetzen von Atmung oder Puls lebensrettende Sofortmaßnahmen einleiten.“