Hintergrund der erneuten Behandlung des Themas Freiflächen-Fotovoltaikanlagen war ein Antrag von Franz Lang (parteilos). Er hatte darum gebeten, nochmals zu überprüfen, ob die Module entlang von Schienen oder Autobahnen aufgebaut werden könnten. Laut einer Gesetzesänderung ist dies inzwischen auf einem Korridor von 110 Metern Breite entlang der Verkehrswege erlaubt.
Entlang von Verkehrswegen
Die Stadträte sahen sich bei Ortsterminen im Bauausschuss bereits entsprechende Flächen an der Bahn im Norden Richtung Dillishausen und im Westen Nahe der Autobahn-Anschlussstelle Buchloe-West an. In der Sitzung lag zudem eine Stellungnahme des örtlichen Bauernverbandes vor. Darin erteilen die Landwirte solchen Plänen ein klares Nein. Sie machen sich in erster Linie Sorgen um den Verlust weiterer landwirtschaftlicher Flächen.
Die Energiewende begrüßen die Landwirte klar, „aber nicht auf die Weise“. Man solle erst das Potenzial der Dachflächen nutzen, schreiben sie an die Stadt. In die gleiche Kerbe schlug Herbert Barthelmes (CSU). „Das wäre den Bauern nicht zumutbar“, sagte er. Auch Eva Kienzle (FWV) sprach sich dagegen aus, „neue Flächen auszuweisen“. Dies führt in ihren Augen zu einer weiteren Zersiedelung der Landschaft.
„Die Betreiber solcher Anlagen verfolgen nur wirtschaftliche Interessen, keine ökologischen“, meinte Rudolf Grieb (UBI). Er forderte in diesem Zusammenhang, „dass die Stadt generell sorgsam mit Land und der Versiegelung von Flächen umgeht“. Für die Zukunft müsse generell gelten: „Mehr Sparsamkeit satt Gier“, meinte Elfi Klein (Grüne).
Gesamtkonzept gefordert
Die Frage, ob die Stadt wirklich dazu bereit ist, sich mithilfe erneuerbarer Energien eines Tages selbst zu versorgen, stellte hingegen Franz Lang in den Raum. Und er unterstrich: „Mir geht es dabei um ein Gesamtkonzept.“
Der Weg, auf Freiflächen-Solaralagen zu setzen, sei jedenfalls der falsche, entgegnete ihm Rudolf Grieb: „Die Solarenergie ist an ihre Grenzen gestoßen. Es ist nicht in Ordnung, Felder mit Solarmodulen jahrzehntelang zu sperren.“ Ihm zur Seite stand Robert Pöschl (CSU). Er verwies auf die immens hohen Fördersummen für Solarenergie. Bei der Gesamtstromversorgung mache diese Energieform hingegen lediglich zwei bis drei Prozent aus. „Wir sollten aktiv an die Energiewende rangehen.
Das Energieteam sollte dieses Thema in Ruhe diskutieren, uns treibt doch niemand“, befand Pöschl und plädierte dafür, die Entscheidung zu vertagen.
Hin- und hergerissen sei sie, sagte Monika Strohmayer. Die SPD-Stadträtin erinnerte daran, dass Biogas-Anlagen jede Menge Mais benötigten. „Diese Flächen stehen dann auch nicht für die Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung“, so Strohmayer. Wenn die Abwärme von Biogasanlagen auch genutzt werde, sei das Verfahren durchaus gut, erläuterte Lothar Scholze (UBI).
Energieteam ist gefragt
Gegen die Stimmen von Strohmayer und Lang stimmte das Gremium schließlich dafür, keine weiteren Flächen zur Aufstellung von Freiflächen-Solarmodulen zur Verfügung zu stellen. Zudem soll das Energieteam prüfen, welche weiteren Möglichkeiten zur Förderung erneuerbarer Energien in Buchloe bestehen.