Mindestens fünf Prozent der zu vergebenden Gesamtfläche haben damit noch keinen Besitzer. In weiteren Bürgermeisterrunden und Gemeinderatssitzungen müssen die Vertreter der fünf übrigen Gemeinden Bad Wörishofen, Rammingen, Amberg, Ettringen und Eppishausen entscheiden, wie es weitergeht.
In Wiedergeltingen eröffnete Bürgermeister Michael Schulz die Diskussion mit einem Plädoyer für das Projekt mit bereits bekannten Argumenten, wie der Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze und der Bereitstellung von Gewerbeflächen in einer Größenordnung, wie sie auf der eigenen Gemeindeflur nicht zur Verfügung stünden.
Mit einer kalkulierten Investition von 105 000 Euro jährlich bei einer Beteiligung an zwölf Prozent der Fläche könne man mit bescheidenem Einsatz am zu erwartenden Erfolg entsprechend teilhaben, meinte Schulz.
„Flächen liegen brach“
Diesen allerdings mochte Benno Högg (CSU) nicht so recht erkennen: Nahezu alle sich positiv entwickelnden Gewerbeansiedlungen lägen an Nord-Süd-Achsen, wie der A8 und der B17; bereits vorhandene Flächen entlang der A96 wie in Mindelheim und Stetten lägen dagegen seit geraumer Zeit brach. Insofern könne er der Darstellung des Planers Lothar Zettler nicht folgen: Der meint, es gebe zusätzlichen Bedarf an der Achse Prag-Zürich.
Dieser Auffassung schloss sich Max Huber (Freie Wähler) an, der zudem die auf längere Sicht geplante Erschließungsstraße kritisierte: Sie sei erheblich länger als der für die Firma Tricor vorgesehene Weg über die alte B18 zur Autobahn.
Norbert Führer (Bürgerverein) befürwortete das Vorhaben hingegen, weil die Gewerbeansiedlungsmöglichkeiten innerorts begrenzt seien und das Verkehrsproblem dazu wohl weiterhin ungelöst bleibe, weil die Umgehungsstraße auf lange Sicht nicht realisierbar sei.
Deshalb sei eine Option außerorts wünschenswert. Auch Helmut Filser und Sandra Raith (beide CSU) sprachen sich für das interkommunale Gewerbegebiet aus, weil sie darin Zukunftschancen sehen.
Axel Fischer (Freie Wähler), der diese nicht bestritt, zeigte sich dennoch enttäuscht vom Stand der Planung: Er lasse viele Fragen unbeantwortet, zum Beispiel die finanzielle Beteiligung von Tricor. Dazu und zur notwendigen Bereitstellung von Ausgleichsflächen äußerte auch Barbara Kugelmann (Bürgerverein) ihre Bedenken.
Jürgen Schmid (Freie Wähler) argumentierte, dass die Gemeinde auch dann vom Zuzug junger Familien profitieren könne, wenn sie sich nicht an dem interkommunalen Gewerbegebiet beteiligen würde. Priorität hätten seiner Meinung nach innerörtliche Aufgaben, wie etwa die Sanierung der Amberger Straße.
Bürgermeister Schulz konnte die Meinungen der Räte nicht mehr ändern, auch nicht mit seinem Hinweis, dass unter dem Strich für die Beteiligung kein zusätzliches Geld aufgewendet werden müsse. Dem hielt Hubert Schneider noch entgegen, dass dies nur im Falle eines „positiven Szenarios“ zutreffe. Und so kam es zur Abstimmung: Die Wiedergeltinger steigen aus dem Projekt aus.