1975 hat er den Laden in Ettringen von seinem Vater übernommen. «Anfangs haben wir die Blumen, Sträuße und Gestecke noch vom Wohnhaus aus verkauft, erst vier Jahre später haben wir den Laden nebendran gebaut», erinnert sich der 61-Jährige. Über ein kleines von Blumen umranktes Brückchen gelangt man auf das Grundstück, auf dem mittlerweile sieben Glasgewächshäuser und ein Foliengewächshaus stehen. Je nach Saison wachsen darin beispielsweise Chrysanthemen, Sonnenblumen, Rosen oder Stiefmütterchen.
Die Blumen anständig zu verwerten, dafür sind Pelzls Frau Gertrud und seine Tochter Anita zuständig. «Die beiden sind gelernte Floristinnen, ich bin nur ein einfacher Gärtner», meint er bescheiden. Doch Willy Pelzl geht immer mit der Zeit. Um seinen Kunden ein möglichst breites Angebot bieten zu können, fährt er jedes Jahr auf sogenannte Schautage, um sich über die neuesten Trends zu informieren.
Auch Musik läuft den ganzen Tag im Gewächshaus. «Manche Bauern glauben ja, dass ihre Kühe dadurch mehr Milch geben. Ob meine Pflanzen nun besser wachsen, weiß ich nicht, aber ich höre einfach gern Radio bei der Arbeit», erklärt der 61-Jährige.
Seit 2004 auf dem Bauernmarkt
Seit sechs Jahren ist der Ettringer nun von März bis Oktober jeden Samstag auf dem Buchloer Bauernmarkt zu finden. Freitagabend wird dafür das Auto vollgeladen, um den Besuchern frische Schnittblumen und Saisonware anbieten zu können. «Auf dem Markt herrscht ein toller Zusammenhalt, wir alle scherzen miteinander, springen aber auch, wenn Hilfe nötig ist.» Auch über den ein oder anderen Plausch mit seinen Stammkunden freut sich Willy Pelzl. «Es ist schon schön, wenn die Leute irgendwann wissen, wer du bist. Ich wiederum kenne zwar nicht alle Namen, aber einige weiß ich inzwischen schon.» Wann genau der Gärtner welche Blumen anpflanzen muss, um sie dann auch zur richtigen Zeit liefern zu können, hat er sich über die Jahre angeeignet. Um Temperaturwerte vergleichen zu können, schreibt Willy Pelzl seit über 20 Jahren jeden Abend die höchste und niedrigste Temperaturzahl des Tages in ein kleines Büchlein. «Eigentlich mache ich das nur für mich selber, aber die errechneten Durchschnittswerte haben mir schon einiges an Erfahrung eingebracht.» Derzeit bereitet er sich gerade auf Allerheiligen vor, aber auch für den Winter ist er gewappnet. Hinter den Gewächshäusern stehen mehrere Nadelbäume, deren Zweige zum Kränzebinden dienen. «Bei uns kommt wirklich alles aus dem eigenen Anbau.»
Teeminze und Apfelgeranie
Für die kühle Jahreszeit stehen derzeit auch kleine Kräutertöpfchen vor dem Laden. Erdbeerminze, marokkanische Teeminze oder Apfelgeranie. «Die eignen sich hervorragend zum Tee kochen oder als Badezusatz, gut für die Gesundheit.» Sich selbst hält der 61-Jährige durch seine Energiepyramide fit, die ebenfalls hinter einem seiner Gewächshäuser steht. «Zum Auftanken steh ich da ein paar Minuten und bin gerüstet für den nächsten Tag.» So auch für den heutigen Samstag, an dem er wieder Blumen auf dem Markt verkauft.