Dr. Hermann Fischer von der Bürgerinitiative führte die geplante Größe der Müllverbrennung vor Augen. Dazu betonte er, dass es nicht nur die Größe der Anlage sei, die Sorgen bereite, sondern vor allem die geplante zweistufige Abgasreinigung, die lediglich aus einem Gewebefilter bestünde. «Diese ist zwar die billigste Lösung, aber auch die gefährlichste für unsere Gesundheit», so Fischer. Mit Grafiken verglich er den zu erwartenden Schadstoffausstoß im Bereich der Dioxine, der bis zu 20 Mal höher dargestellt war, als dieser in der Augsburger Müllverbrennung anfällt. Die Problematik liege darin, dass «überwiegend schlecht brennbare Stoffe wie Müll und Klärschlamm verbrannt werden sollen, da damit viel Geld zu verdienen ist».
Dr. Gerhard Müller-Arends ging als Toxikologe genauer auf die gesundheitlichen Risiken der Langzeitbelastung durch Giftstoffe ein. Dabei erklärte er die Größenordnung von Giften und die besondere Gefahr für Kinder. «Besonders Blattgemüse, Grünkohl, Kopfsalat und Karotten nehmen diese Gifte auf», so Müller-Arends.
Wilhelm März und Fischer erläuterten auch die geplante Schornsteinhöhe. Fischer zeigte anhand eines Fotos die Verbreitung des Abgases der Müllverbrennungsanlage Kempten. Die Entfernungsskalierung wurde auf das Wertachtal übertragen. Mit dem Ergebnis, dass auch die Städte Buchloe und Bad Wörishofen betroffen wären. Vor der öffentlichen Diskussion ging Fischer auf die Immobilienpreise ein. Sie würden laut dem Ring deutscher Makler in der Nähe einer Müllverbrennung bis zu 35 Prozent fallen.
Unterstützung durch die Stadt
In der Diskussion erläuterte Buchloes Dritter Bürgermeister Manfred Beck, dass die Stadt die Bürgerinitiative unterstütze, aber auch auf die Resonanz der Bevölkerung angewiesen sei. Rudolf Grieb fragte, ob es seitens der Buchloer Lebensmittelbetriebe Aktivitäten gegen das Kraftwerk gebe. Beck bejahte dies und sprach sich in dieser Sache für einen Antrag im Stadtrat aus. Grieb regte anschließend bei der Tragweite der Belastung ein Raumordnungsverfahren an.
Die Bürgerinitiative veranstaltet am heutigen Freitag, 6. März, eine Mahnwache sowie am Samstag, 14. März, eine Demonstration vor dem Werkstor 2 des Unternehmens in Ettringen.