Die Glocken gehören zum Alltag, und unbewusst bekommt man das viertelstündliche Läuten immer mit. Wenn es auf einmal fehlt, sorgt das natürlich für Verwirrung. Die Kirchenglocken läuten aber nicht nur, um den Alltag der Menschen zu regeln. «Mir fehlt vor allem das morgendliche Gebetsläuten um sechs Uhr», sagt Marianne Schmid. Und der Gang zum Gottesdienst sei auf einmal auch ganz anders. Es sei schön, wenn die Glocken die Leute am Sonntag in den Gottesdienst riefen, so Helga Raab. «Das gehört einfach dazu.» So sieht das auch Josef Happ. Für ihn hat das sonntägliche Läuten Tradition, und es wäre sehr schlimm, wenn der schöne Klang der Glocken nicht mehr erklingen würde. «Mir ist noch nie so richtig bewusst geworden, wie oft die Kirchenglocken eigentlich läuten», so Elisabeth Guggenmoos. Aber jetzt hätte sie vor allem abends um sieben Uhr ein seltsames Gefühl, weil das Gebetsläuten fehle.
Natürlich gibt es auch die andere Seite der Geschichte. «Im Grunde finde ich das Läuten der Glocken sehr schön», meint eine Anwohnerin. Aber die stille Zeit genieße sie dennoch, vor allem am Wochenende. «Es ist entspannend, wenn ich mal nicht so früh von den Glocken geweckt werde. In direkter Nachbarschaft zur Kirche können die sehr laut sein.»
Ein bisschen müssen sich die Amberger noch gedulden. Kirchenpfleger Josef Fipper-Riedl schätzt, dass die Sanierung Anfang oder Mitte November abgeschlossen sein dürfte. Der Zimmerer sei schon fast fertig. Aber weil jetzt Balken entdeckt wurden, die komplett durchgefault waren, muss doch mehr gemacht werden, als ursprünglich geplant. Das gehe in die Kosten, so Fipper-Riedl. Durch die weiteren Maßnahmen müsse man fast 3000 Euro mehr veranschlagen.