Seit dem 12. Jahrhundert muss die Aschermittwochsasche aus den geweihten Palmzweigen des Vorjahres gewonnen werden. Genau wie seine Kollegen in Jengen, Waal und Lamerdingen macht auch der Buchloer Mesner Heinz Lohwasser das selbst.
Wie das geht, hat er von seinem Vorgänger Heinrich Meichelböck übernommen. „Aber jeder muss sein eigenes Rezept finden, wie er das am besten hinbekommt, wie die Asche fein genug wird“, erzählt der 63-Jährige, der seit 1996 Mesner in der Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt ist.
Lohwasser nimmt beispielsweise die Palmboschen des Vorjahres und die Sträußchen, die der Pfarrer und die Ministranten bei der Palmprozession getragen haben. Zum Teil bringen ihm auch Leute welche vorbei.
Wenn die Zweige – hauptsächlich Weiden und Buchs – getrocknet sind, werden Draht oder Schleifen entfernt und die Boschen in einer Feuerschale verbrannt. „Einen festen Zeitpunkt dafür habe ich aber nicht. Das mache ich, wenn das Wetter und die Umstände passen“, erzählt der Mesner.
Dann werde die Asche erst grob gesiebt und Rückstände entfernt. „Manchmal muss man die Asche auch noch einmal anzünden“, berichtet Lohwasser. Dann kommt die Asche ein oder auch zweimal in ein ganz feines Sieb – und wird danach in ein beschriftetes Glasgefäß umgefüllt. Wenn nach dem Aschermittwoch noch etwas übrig ist, wird die Asche aufgehoben und später mit der neuen Asche gemischt. Lohwasser findet es aber wichtig, dass immer frische Asche hergestellt wird, da es sich ja um etwas Gesegnetes handle.
Bisher habe die Asche immer gereicht. Zum Teil werde auch etwas ans Altenheim oder für die Wortgottesdienste für die Kinder abgegeben. Wie viel Asche benötigt wird, hänge vom Geistlichen ab. „Das kommt darauf an, ob der Pfarrer ein Kreuz auf die Stirn zeichnet oder die Asche streut.“ In Buchloe habe es auch schon Benefiziaten gegeben, die gerne gestreut haben, wobei es Lohwasser eher unangenehm findet, wenn die Asche in den Haaren und auf der Kopfhaut klebt.
Herbert Sedlmair, Vorsitzender des Heimatvereins Buchloe, beschreibt in seinem Buch „Feste feiern – Bräuche durch das Jahr“ den Aschermittwoch und die Fastenzeit. „Der Mittwoch vor dem 1. Fastensonntag Invocabit markiert als Fasttag seit dem siebten Jahrhundert den Beginn der 40-tägigen Fastenzeit.
“ Asche sei früher als Putzmittel verwendet worden und stelle so ein Symbol für die Reinigung der Seele dar. „Die Asche galt früher als segensreich und wurde deshalb auf die Felder gestreut und in das Viehfutter gemischt“, heißt es weiter.
Das Aschenkreuz, das die Gläubigen in der Kirche auf ihre Stirn bekommen, soll ein Zeichen für die Begrenztheit des eigenen irdischen Lebens sein, ein Symbol der Vergänglichkeit, der Buße, Reue und Umkehr.
Nach altem Brauch verzichte man am Aschermittwoch auf Fleischspeisen und begnüge sich mit einer einmaligen Sättigung. „Da Fisch nicht unter das Fastengebot fällt, werden Fischmahlzeiten und heutzutage auch Kässpatzenessen angeboten“, schreibt Sedlmair.