„Es sitzt ein Vogel auf dem Leim“ – so lautete der Titel des Programms und des ersten Gedichtes, dem noch viele weitere folgten. Kurt Kräss gelang es dabei wunderbar, seine Anmerkungen zu Wilhelm Busch und dessen Gedichten zu einem Gesamtkunstwerk zu verbinden.
Als Kind habe er gerne die Bildergeschichten angeschaut, erklärte der Memminger Dekan, um sich später dann für den schwarzen Humor zu begeistern, der sich hinter den Bildern versteckte.
Heinrich Christian Wilhelm Busch, so der komplette Name, war ein genauer Beobachter seiner Zeit mit einem treffsicheren scharfen Blick. Dabei traf er die menschlichen Schwächen so gut, dass der Zuhörer auch heute noch neben dem Lachen zum Nachdenken angeregt wird.
Kurt Kräss erzählte Vieles aus Buschs Lebensgeschichte, um auch den Hintergrund der Gedichte zu beleuchten. So erfuhren die Zuhörer, dass dieser über die Hälfte seines Lebens in Pfarrhäusern gewohnt hat, ein eher unerfülltes Liebesleben hatte, nie verheiratet war und dass Wilhelm Busch auch ein guter Maler war. Das alles lässt sich in den Versen wieder finden, sei es das kirchenkritische „Der heilige Antonius von Padua“, der „Maler Klecksel“ oder das „Klagelied eines Junggesellen“. Die Rezitationen wurden musikalisch durch das Buchloer Gitarren-Ensemble eingerahmt.
Als Dank für den hervorragenden Abend überreichte Pfarrer Christian Fait seinem „Chef“ einen Präsentkorb mit allen nötigen Zutaten für Pfannkuchen. Auch diese standen in Zusammenhang mit einem Gedicht Wilhelm Buschs: „Pfannkuchen und Salat“, in dem all diese erwähnt wurden und das von Pfarrer Fait gekonnt vorgetragen wurde.
Michael Lindemann