Skurril und emotional
Gedichte, Geschichten, skurrile Texte und professionelle Reime bis hin zu Texten, die am besten hätten nie geschrieben werden dürfen, trafen die Zuhörer in allen emotionalen Facetten. Viele Texte regten zum Nachdenken an, andere drückten auf die Tränen- und Mitleidsdrüse oder waren so plump und lustig, dass die Besucher in schallendes Gelächter ausbrachen. Doch sie alle hatten eines gemeinsam: Sie wurden von den Poeten selbst verfasst, oftmals noch kurz vor dem Auftritt ausgetüftelt oder spontan auf der Bühne improvisiert.
Der Kaufbeurer Mario Brakenwagen hatte das komplette Erbe seiner Väter mitgebracht und berichtete ebenso erlebnisreich vom «Zug des Lebens» wie Carmen Wegge aus München. Moritz Neumeier aus Kiel wollte beweisen, dass «Gott seine Glaubwürdigkeit verlor» und musste sich dann Moritz Kienemann aus München geschlagen geben, da dieser mit «Nichts» einfach noch mehr «keine Lust hatte».
Sulaiman Masomi aus Paderborn schaffte mit seiner literarischen SMS «Ich weiß es» als einziger des Abends fünfzig Punkte und siegte am Ende deutlich. Almuth Nitsch aus Wetzlar jagte den Sandmann aus der Stube und hat damit der Welt eine «gute Sache beschert».
Für den Marktoberdorfer Marcel ist Poetry eine Gattung, die sich in wortgebundenen Emotionen wiederfindet. Tiefgründige Ansichten über einen nicht so «Guten Morgen» vertrat der Kirchdorfer Till Dreer. Klax Moes aus Mainz «kann nichts, sieht aber gut aus» und stand daher als «Model» auf der Bühne.
Für die Wienerin Ana Ryue bleiben «Träume, wenn Freunde längst vorbeigezogen sind». Auch sie zog deutlich an den anderen vorbei und sicherte sich die Teilnahme am Finale. Am Ende belegte sie gemeinsam mit Moritz Kienemann den zweiten Platz. Dietmar Ledel