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Allgäu (bz) () | 14.03.2009 00:00 Uhr

Pläne weisen Schwächen auf

Heizkraftwerk - Bürgerinitiative «Gesundes Wertachtal» informiert

Lamerdingen/Großkitzighofen Geburtstagskekse von der Bürgerinitiative Lamerdingen-Kitzighofen gab es für die Besucher der beiden Informationsveranstaltungen in Großkitzighofen und Lamerdingen. Die Initiative wurde vor einem Jahr gegründet, um mit zu verhindern, dass in Ettringen eine der größten Müllverbrennungsanlagen Bayerns entsteht.

Sprecher Karlheinz Fünfer machte im voll besetzten Schützenheim in Großkitzighofen deutlich, dass man gerne auf diese «Geburtstagsfeier» verzichtet und die Initiative stattdessen lieber zu Grabe getragen hätte. Doch die neu vorgelegten Planungsunterlagen der Papierfabrik Lang weisen derart eklatante Schwachpunkte auf, dass der Kampf weitergehen müsse. Es sei der Kampf gegen die Zielsetzungen eines internationalen Großkonzerns und nicht gegen die Arbeitsplätze bei der Papierfabrik, was dem Verein «Gesundes Wertachtal» gerne unterstellt werde.

Unzureichende Filtertechnik

Anhand von ausgewähltem Zahlenmaterial und Grafiken erläuterte Augustin Klöck die Defizite. Klöck ist im Verein «Gesundes Wertachtal» Mitglied einer vierköpfigen Präsentationsgruppe, die die in fünf Ordnern zusammengefassten Unterlagen der Firma Lang mit viel Zeitaufwand durchforstet hat. Das Team kritisiert insbesondere die für sie völlig unzureichende Filtertechnik und kommt wie die Experten bei der Auftaktveranstaltung in Schwabmünchen zu dem Gesamturteil: «Diese Anlage ist der Bevölkerung auch in der neuen Konzeption nicht zuzumuten.»

Rechtsanwalt Karl Mayer empfahl den Anwesenden neue Einwendungen bis 19. März beim Landratsamt Unterallgäu einzureichen. Nur dann könne im Falle einer Genehmigung auch geklagt werden. Besonders wichtig sei bei den Einwendungen die Angabe von persönlichen Gründen.

Im Gasthaus «Sonne» in Lamerdingen nahm bei der regen Diskussion die Haltung der lokalen Politik breiten Raum ein. Bürgermeister Konrad Schulze erläuterte die Kritik der ILEK-Gemeinden und die Forderungen zur Nachbesserung. Er verwies auch darauf, dass «ein Verkauf von Baugrundstücken bereits seit Beginn der Diskussion um das Heizkraftwerk praktisch nicht mehr möglich ist.»

Langfristig sei deshalb für die Gemeinde ein Bevölkerungsrückgang zu befürchten. Angesprochen wurde von Lamerdinger Bürgern, dass der Ort durch das bisherige Schwerölkraftwerk der Firma Lang und durch die Sendeanlage in Ettringen ohnehin schon genug zu schlucken habe.



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