Die Bürgerinitiative «Gesundes Wertachtal» (BI) kritisiert die Verhandlungsleitung als «wenig professionell und nicht bürgerfreundlich». «Beispielsweise können unser Anwalt und Gutachter im Gegensatz zu den Vertretern der Firma Lang meist nicht direkt antworten, sondern müssen wie normale Einwender sogenannte ,Wortmeldezettel ausfüllen», klagt die BI.
Das habe dazu geführt, dass die Einwender Wortmeldezettel auf Vorrat ausfüllen, um gegebenenfalls an den Anwalt oder Gutachter das Wort weitergeben zu können. Dieser «unsinnige Umweg» funktioniere, habe aber Verzögerungen zur Folge wie auch viele, in den meisten Fällen durch die Art der Verhandlungsleitung provozierte Diskussionen.
Gegen die Verhandlungsführerin, Oberregierungsrätin Doris Back vom Landratsamt, wurden im Laufe der Woche schon mehrere Befangenheitsanträge gestellt, die Regierungsdirektor Karl Bihler alle ablehnte. Abgelehnt wurde auch ein Antrag, den Erörterungstermin generell aufzuheben.
Dies veranlasste Anwalt Wolfgang Baumann - er vertritt verschiedene Gemeinden, die BI sowie die Interessengemeinschaft «Aktive Unterstützer Bürgerbegehren Ettringen» und den Bund Naturschutz - zur Aussage, dass es deshalb durchaus zu einem gerichtlichen Nachspiel kommen könnte, werde das geplante Bauvorhaben vom Landratsamt genehmigt.
Nicht nur Oberregierungsrätin Back, Vertreter der Firma Lang, sondern auch Landrat Hans-Joachim Weirather und der Ettringer Bürgermeister Robert Sturm wurden in den vergangenen Tagen zum Teil massiv verbal angegriffen.