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() | 09.04.2008 00:00 Uhr

Bürgerinitiativen bündeln jetzt ihre Kräfte

Kraftwerk Gegner der Müllverbrennung gründen einen gemeinsamen Verein - Am ersten Abend treten 163 Mitglieder bei

von ivanka Williams-Fuhr | Hiltenfingen/Ettringen Die Bürgerinitiativen (BI) Gennach, Ettringen, Siebnach, Schwabmünchen-Hiltenfingen, Langerringen, Lamerdingen-Kitzighofen und Türkheim-Amberg machen sich stark gegen das geplante Heizkraftwerk der Ettringer Firma Papier Lang: In der Hiltenfinger Mehrzweckhalle wurde vor kurzem ein gemeinsamer Verein gegründet, um die Kräfte zu bündeln und die breiten Aktivitäten auf eine rechtsfähige Basis zu stellen.
Bürgerinitiativen bündeln jetzt ihre Kräfte

Der gemeinnützige Verein mit Sitz in Gennach hat laut Satzung den Zweck, „den Umweltschutz im Allgemeinen, eine gesundheits- und umweltverträgliche Energieversorgung für Industrieanlagen und alle sonstigen Maßnahmen zu fördern, die dem Umweltgedanken Rechnung tragen“. 163 Bürger sind bei der Gründungsveranstaltung dem Verein beigetreten. Gleichzeitig wurde auch der Vorstand gewählt. An der Veranstaltung nahmen laut Schätzungen der Organisatoren fast 400 Menschen teil.

„Unser Ziel ist es, ein Dachverein für den Schutz unserer Umwelt zu sein“ sagte Dr. Hermann Fischer aus Gennach, der in der Gründungsveranstaltung einstimmig zum Vorsitzenden gewählt wurde. „Wir wollen Bewusstsein dafür schaffen, dass nicht alles, was die Obrigkeit plant, auch mitzutragen ist. Der Bürger hat das Recht, mit großer Sorgfalt zu prüfen, was ihm vor die Tür gesetzt werden soll.“

So soll etwa auch bei künftigen Baumaßnahmen die Öffentlichkeit über die möglichen Umweltgefährdungen und Gesundheitsgefahren informiert und aufgeklärt werden. „Wirtschaftliche Erfolge sind auch mit gesundheits- und umweltbewusstem Denken und Handeln möglich“, betonte Fischer.

Mehr als 3500 Einwendungen gegen das geplante Heizkraftwerk der Papierfabrik Lang seien inzwischen im Landratsamt Unterallgäu eingegangen, informierte Fischer.

Um die „berechtigten Interessen der Bevölkerung“ besser vertreten zu können und die Firma Lang dazu zu bewegen, „sich für die umweltschonendste Technik zu entscheiden“, will der Verein jetzt Fachanwälte engagieren. Fischer gab sich zuversichtlich: „Wir kämpfen nicht auf verlorenem Posten“, sagte er. „Es gibt Mittel und Wege, das Projekt zu verhindern.“

Wie berichtet, sollen in dem geplanten Heizkraftwerk der Firma Lang jährlich bis zu 440 000 Tonnen Abfall und damit auch rund 48 000 Tonnen von gewerblichem und kommunalem Klärschlamm verbrannt werden.

Das Werk wäre damit die zweitgrößte Müllverbrennungsanlage Bayerns. Zurzeit gebe es in Deutschland noch kein Werk, das in der Größenordnung und dem geplanten Brennstoffmix der Ettringer Anlage entspricht.



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