Kempten | Von Boris Weltermann (Boris Weltermann) | 11.02.2010 09:22 Uhr
Jeder sollte sich einmischen
Neues Album, neue Tour - die EAV ist wieder unterwegs.
Klaus Eberhartinger, Sänger der legendären "Ersten Allgemeinen Verunsicherung" im Interview über die aktuelle Tournee und die alten Lieder.
Banküberfall, Märchenprinz, Küss die Hand schöne Frau - die Aufzählung der Hits der Paradiesvögel aus der Steiermark, würde noch mindestens fünf Zeilen füllen. Die Österreicher sind seit Ende der 70er Jahre eine feste Größe in der deutschsprachigen Musik. Das kabarettistische wurde zunächst nicht erkannt und wenn doch, dann verkannt.
Ist die EAV zu oft in die Ecke der Bödelbarden gesteckt worden? Am Telefon haben wir mit dem Sänger der EAV, Klaus Eberhartinger gesprochen. "Der Banküberfall war ganz klar ein Spaßlied", sagt Eberhartinger, "Als Hintergrund gab es eine wahre Geschichte, ein Bankräuber, der seine Geldtasche hat liegen lassen - bei der Brutalität in der Gesellschaft heutzutage, würden wir so ein Lied wahrscheinlich nicht mehr schreiben".
Eberhartinger will, dass man sich einmischt, mitmacht, mitgestaltet. "Jeder sollte sich engagieren - unsere neue CD heißt Neue Helden braucht das Land, wir sind die neuen Helden, wir alle!". Die EAV will natürlich wachrütteln, aber ohne erhobenen Zeigefinger. Auf der neuen Platte bekommen vor allem die Medien ihr Fett weg.
Allen voran das Privatfernsehen, das mit Talk-, Koch- oder Gerichtsshows zu einer Verblödungsoffensive gestartet sind. "Der Bauer, der eine Frau sucht, exibistische Containerzombies, peinliche Ex-Promis im Dschungel oder vulgäre Unterleibs-Comedians - es läuft ohne Hirn und ohne Gürtellinie", so die EAV in einer Pressemitteilung.
Am 5. März beginnt die "Neue Helden Tour" der EAV. Ins Allgäu kommen sie am 28. März. Dann gastieren die Genial-verrückten aus der Steiermark in der BigBox in Kempten.